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20.12.2013

Ratgeber Warnschutzkleidung: Aktuelle Neuerungen, Eigenschaften, Modelle

Im Oktober 2013 traten wichtige Neuerungen des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) in Kraft. So müssen nach den Paragrafen 4 und 5 nun psychische Belastungen in die Gefährdungsbeurteilung einfließen.

Auch bisher war für jeden Arbeitgeber, unabhängig von der Anzahl der Mitarbeiter, diese Beurteilung verpflichtend durchzuführen. Nach Paragraf 6 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) müssen die Maßnahmen nun ab dem ersten eingestellten Beschäftigten schriftlich festgehalten werden. Zudem wurden die Vorgaben zur Sicherstellung des Gesundheits- und Arbeitsschutzes verschärft.

Normen, Standards, Zertifikate

Die Europäische Union (EU) strebt in vielen Bereichen Vereinheitlichungen an. Dadurch sollen Sicherheitsstandards länderübergreifend gesichert werden. Darüber hinaus wird durch diese Maßnahmen der europaweite Wettbewerb der Dienstleister in dem Bereich angekurbelt. Diese Tatsachen bergen Vorteile für Privat- und Geschäftskunden. Standards wie EN 343, EN 340, EN 471 garantieren die Sicherheit hinsichtlich der Warnschutzkleidung für tausende Arbeiter in betroffenen Bereichen wie im Gleisbau, bei der Müllabfuhr, beim Straßenbau oder –renovierung sowie bei der Straßenreinigung.

Durch den Aufstieg des Internet können Interessierte Kleidung bei Fachhändlern wie www.absshop.de bestellen. Bei solchen Dienstleistern werden mittlerweile die Standards, denen die Textilien unterliegen, angegeben. Auch Prüfverfahren, wie die heute übliche DIN EN 26330, ein Wasch- und Trocknungsverfahren, das die Unveränderbarkeit von Textilien gewährleistet, werden im Internet angeführt. Weitere Standards für die schadstoffarme Herstellung der Textilien werden durch Zertifikate wie ÖkoTex 100, das BiO-Siegel oder geprüfte Sicherheit (GS) garantiert.

Aussehen und Eigenschaften

Schon äußerlich deutet die Gestaltung solcher Bekleidungsstücke auf die Normen hin. Sie sind größtenteils orange- oder gelb-farben und besitzen stets etwa fünf Zentimeter breite, reflektierende Streifen als Applikation. Diese garantieren durch ihre Sichtbarkeitseigenschaften (Visibility) die Sicherheit in der Öffentlichkeit, beispielsweise bei der Arbeit auf dichtbefahrenen Straßen. Nach den Normen dürfen jedoch auch kleinere Teile der Kleidung in dunkleren Farben wie marine oder olive gehalten sein. Elemente in solchen Farbtönen werden etwa am untersten Teil von Hosen aufgrund entstehender Schmutzspritzer eingesetzt.

Allgemein sind Warnschutztextilien und die Menschen, welche sie tragen, der Witterung ausgesetzt. Daher sollten diese Schutzbekleidungsstücke stets robust, winddicht und wasserdicht sein. Dies wird beispielsweise durch eine Polyurethan (PU)-Beschichtung erreicht. Durch Tape gesicherte Nähte sind ebenfalls sinnvoll. Verdeckte Reißverschlüsse oder verdeckte Knopfleisten dienen auch diesem Zweck.

Unbedingt sollte Warnschutzkleidung atmungsaktiv sein. Hier wird beispielsweise das bewährte Drei-Lagen-Laminat (3M) eingesetzt. Neben der Beschaffenheit der Textilien sollte stets die Bewegungsfreiheit der Arbeitenden gewährleistet sein. Dazu darf die Kleidung weder zu eng noch zu weit geschnitten sein.

Folgende Eigenschaften kennzeichnen zusätzlich zweckdienliche, robuste und angenehm tragbare Warnschutzkleidung:

  • Ärmelverschlüsse
  • In Krägen eingearbeitete Kapuzen
  • Weitenverstellbarkeit
  • Paspelierte (= mit festen Nahtleisten versehene) Taschen
  • Klettverschlüsse
  • Sinnvolle Anzahl und Beschaffenheit der Taschen, beispielsweise für Stifte und Werkzeug
  • Herausnehmbare Teile wie abtrennbares Futter oder abnehmbare Ärmel

Arten von Warnschutzbekleidung und Tipps zum Tragen der Kleidung

Das getragene Modell sollte den Witterungsbedingungen Rechnung tragen. Für die heißen Monate finden sich Halbarm-Shirts und kurze Hosen in den oben genannten Standards. Warnhosen oder Bundhosen können auch zu Latzhosen erweitert werden, die von vielen Arbeitern als bequem empfunden werden. Für die Übergangszeit eignen sich Warnschutz-Westen, in kälteren Monaten gibt es Softshell-Jacken.

Grundsätzlich sollte aufgrund der Schweißentwicklung von den betroffenen Arbeitern das Zwiebel-Look-Prinzip angewendet werden. Hierbei gilt, dass man nicht wenige dicke und damit nicht immer atmungsaktive Kleidungsstücke tragen sollte. Es ist besser, mehrere (mindestens drei) Schichten übereinander zu ziehen. Baumwollene Unterbekleidung, eine dünnere, wärmende Zwischenschicht und eine wetterfeste Außenschicht sind zumindest für die Übergangsmonate in Herbst und meist im Frühling angemessen, bei trockenem Wetter auch im Winter. Beim Zwiebel-Look liegen die Kleidungsstücke auch relativ eng an, was zusätzlich die Bewegungsfreiheit des Arbeiters sichert.