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20.03.2008

Ratlosigkeit hoch 10

Ratlosigkeit hoch 10 - so oder so ähnlich könnte man die Antworten zusammenfassen, die man in der Klasse bekommt auf die Frage: Was machst du eigentlich danach? Betretenes Schweigen, dann: „Keine Ahnung, das wüsste ich auch gerne!“

Das nennt man dann die Elite des Landes: Ein ahnungsloses kleines Häufchen von Abiturienten, die eigentlich die Welt erkunden wollen, aber sich nicht entscheiden können, wo sie damit anfangen.

Für viele, inklusive der Autorin dieses Textes, ist es ein komischer Gedanke, in ein paar Monaten kein Schüler mehr zu sein. Die Schule gehörte doch immer dazu, und wenn man daran denkt, dass man nie mehr Ärger mit den Lehrern haben wird oder eine schlechte Mathearbeit schreiben kann, kommt schon ein bisschen Wehmut auf.

Auch wenn die meisten Schüler über die Schule schimpfen, müssen sie doch im hintersten Eck ihres Herzens bekennen, dass sie die kahlen Gänge und die nervigen Fünftklässler vermissen werden! So ärgerlich und langweilig der Unterricht auch oft war, so schön werden wir es wohl nie wieder haben! Lehrer, die einem die Blätter kopieren und tausendmal nachfragen, ob die „Kinderlein“ sie auch verstanden haben. Oder Unterrichtsstunden, die auf Grund der mangelnden Allgemeinbildung kurzfristig geändert und zur Diskussionsstunde werden.

Es liegt ja nicht nur an der Schule, sondern auch an uns Schülern. Jahrelang war man zusammen und hat irgendwie gar nicht gemerkt, wie man älter wurde. Und jetzt sollen all diese Leute, mit denen man Mist gebaut und sich über sie geärgert hat, ins Berufsleben einsteigen? Bei manchen bin ich echt sehr gespannt, was die wohl werden, und so ist eine gewisse Ratlosigkeit bei denen auch verständlich.

Andere wiederum sind sich sehr sicher. Sie fangen im Sommer bei der Bank an oder machen erstmal ein BA-Studium. Oder ein FSJ, um mal zu gucken, ob der Traumberuf nicht zum Alptraum werden kann. Die ganz Ahnungslosen gehen entweder zum Bund oder lassen es auf sich zukommen.

Und ich? Bei mir war es lange Zeit unklar, was denn jetzt kommt. Ich wollte unbedingt ins Ausland, und vor ein paar Tagen ist klar geworden, dass ich ein Jahr in Südafrika sein werde, um dort in den Townships mit Kindern zu arbeiten. Ich bin schon sehr gespannt, und ihr werdet sicher noch das ein oder andere mitbekommen, wenn es an die genaue Planung geht!

Bis dahin erstmal zurück in die Realität, das heißt: Mathe lernen!

Euch ein schönes Osterfest und ein paar erholsame Tage!