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Batterie leer? Die meisten Rauchmelder haben Testknöpfe, mit denen die Funktionsfähigkeit überprüft werden kann.
Batterie leer? Die meisten Rauchmelder haben Testknöpfe, mit denen die Funktionsfähigkeit überprüft werden kann. © dpa
27.08.2010

Rauchmelder - Lebensretter an der Decke

Rauchmelder werden in immer mehr Bundesländern Pflicht. Geprüfte Geräte aus dem Fachhandel sind nicht teuer und werden von Experten ausdrücklich empfohlen. Auch Raucher sollten nicht auf die Lebensretter verzichten – Fehlalarme sind ausgeprochen selten.In Mecklenburg-Vorpommern mussten schon bis Ende 2009 alle Privathaushalte nachrüsten - jetzt ziehen andere Bundesländer nach und führen die Rauchmelderpflicht ein.

Größere Umstände bereitet das nicht: Rauchmelder sind leicht zu installieren, kosten nicht viel und können Leben retten.

„Das Gefährlichste am Wohnungsbrand ist nicht das Feuer, sondern der Rauch“, sagt Christian Rudolph, Vorsitzender des Forums Brandrauchprävention in der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) in Altenberge (Nordrhein-Westfalen). Sicherheit gewährleistet nur rechtzeitiger Alarm.Deshalb wird es in immer mehr deutschen Bundesländern Pflicht, auch bei Neu- und Umbauten von Privatwohnungen oder -häusern Rauchwarnmelder zu installieren. Auch Nachrüstungen verlangen die Landesbauordnungen inzwischen: Bremen und Sachsen-Anhalt bis Ende 2015, Hessen bis Ende 2014, Rheinland-Pfalz bis Juli 2012, Hamburg und Schleswig-Holstein schon bis Ende dieses Jahres.

Hoher Sicherheitsgewinn

Doch trotz aller Fortschritte: „Deutschland hinkt da hinterher“, sagt Rüdiger Mattis vom Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin. Denn in Ländern wie Großbritannien oder den Niederlanden bestehe längst eine flächendeckende Rauchmelderpflicht. „Ich empfehle ausnahmslos jedem Bauherren den Einbau dieser Geräte, denn die Investition ist gering, der Sicherheitsgewinn aber umso größer. Im Zweifel ermutige ich jeden, lieber ein günstiges Gerät zu nehmen als gar keines.“

Viel kosten muss die Anschaffung nicht. Die günstigsten Geräte gibt es in Baumärkten schon ab vier Euro. „Wir empfehlen allerdings Qualitätsprodukte, deren Preise um die 20 bis 30 Euro liegen“, sagt der Energieberater Manfred Heuer. „Die halten länger, und man geht kein Risiko ein, auf gefälschte Billigware reinzufallen.“

Zu achten sei auf die CE-Kennzeichnung (Übereinstimmung mit den EU-Richtlinien) und auf die Zertifizierung durch den Verband der Sachversicherer (VdS-Prüfnummer DIN 14604). Wer sich nicht sicher ist, wendet sich an einen Profi: „Im Elektrofachhandel gibt es die beste Beratung“, sagt Heuer.

In der Regel werden die Warnmelder an der Decke befestigt, denn dorthin steigt Rauch aus Glimm-, Schwel- oder Flüssigkeitsbränden zuerst. Die meisten müssen mit Schrauben angebracht werden, manche lassen sich, etwa mit Hilfe von Magneten, direkt an die Zimmerdecke kleben. „Die Geräte gehören auf jeden Fall in den Flur, der im Brandfall als Fluchtweg dient, außerdem ins Schlaf-, Wohn- und Kinderzimmer“, empfiehlt Rudolph. Auch der Gesetzgeber nenne explizit diese Räume.

Der Alarm ist laut: Mindestens 85 Dezibel stark muss der Warnton sein. „Das ist nah am Presslufthammer, selbst zwei Zimmer weiter kann das keiner überhören“, so Rudolph.

Um zu verhindern, dass der Stromspeicher ausgerechnet im Notfall versagt, signalisieren die Melder frühzeitig durch ein regelmäßig wiederholtes Piepen, wenn die Batterie ausgewechselt werden muss. Allzu oft sei das aber nicht der Fall: „Je nach Modell liegt die Laufzeit der eingebauten Batterien bei bis zu zehn Jahren“, erläutert Rudolph. In der Regel verfügten die Melder zudem über Testknöpfe, mit denen im Zweifelsfall (etwa nach längerer Abwesenheit) die Funktionsfähigkeit überprüft werden kann. tmn