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Für eine Minute dürfen sich in Thailand Besucher in einen Sarg legen und "sterben" ehe sie symbolisch wiedergeboren werden.
Für eine Minute dürfen sich in Thailand Besucher in einen Sarg legen und "sterben" ehe sie symbolisch wiedergeboren werden. © DPA
20.01.2016

Rausgefischt: Zwölfmal am Tag für eine Minute sterben

Wer früher stirbt, ist länger tot - sollte man meinen. In Thailand wiederum gilt eher: Wer früher stirbt, wird früher wiedergeboren. So bieten buddhistische Mönche im Wat-Ta-Kien-Tempel in Bang Kruai den Besuchern an, sich für eine Minute in einen Sarg zu legen, um symbolisch zu sterben. Nach der "Wiedererweckung" soll den "Verstorbenen" dann Gutes widerfahren.

Erst wird nochmal gebetet, dann gestorben. So weit, so normal. Doch wenn sich in Bang Kruai rund ein Dutzend Menschen nach gemeinsamen Gebet zum Sterben in einen Sarg legen, ist dies kein Massensuizid einer Sekte. Genau genommen ist es nicht einmal ein richtiger Tod. Zwölfmal täglich wird im Wat-Ta-Kien-Tempel symbolisch gestorben. Die Idee dahinter ist, sich des Unglücks zu entledigen. Das alte Leben hinter sich zu lassen und neu anzufangen.

Für die Mönche des Tempels bietet sich den Menschen auch die Chance, das Sterben zu üben. Denn auch wenn es um das Ableben geht, ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen.