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22.12.2015

Reizdarmsyndrom: Unbekannte Ursache erschwert die Behandlung

Mehr als ein Viertel der Deutschen leidet unter dem Reizdarmsyndrom. Dabei gibt die Krankheit Ärzten immer noch Rätsel auf: Die Ursachen lassen sich oftmals nur schwer ausmachen, und die Behandlung gestaltet sich dementsprechend kompliziert. Den größten Erfolg verzeichnen Betroffene jedoch nicht mit Medikamenten, sondern häufig mit einer FODMAP-Diät.

Zwischen 25 und 30 Prozent der Deutschen sind betroffen

Bauchschmerzen, Verstopfung, ein aufgeblähter Bauch – das Reizdarmsyndrom kennt verschiedene Symptome. Ihnen gemein ist jedoch die Tatsache, dass sie den Verdauungstrakt betreffen. Treten die Beschwerden gehäuft auf, ist der Besuch bei einem Arzt ratsam. Der kann zunächst ausschließen, ob es sich um ernsthafte Erkrankungen wie Infektionen oder Krebs handelt. Mithilfe von Blutuntersuchungen, Ultraschall oder einer Darmspiegelung findet der Gastroenterologe unter Umständen die Ursache für die Leiden heraus.

Wenn kein genauer Auslöser ausfindig gemacht werden kann, bleibt meist nur noch eine Diagnose: Reizdarmsyndrom. Zwischen 25 und 30 Prozent der Deutschen sollen von dieser Krankheit betroffen sein. Auch wenn das Reizdarmsyndrom weder ansteckend noch tödlich ist, quält es die Betroffenen im Alltag sehr. Die schwierige Behandlung bereitet Fachleuten immer noch Kopfzerbrechen.

Ursache in der Psyche oder Ernährung suchen

Denn für das Reizdarmsyndrom können verschiedene Ursachen infrage kommen. Psychosomatische Faktoren spielen eine ebenso große Rolle wie bestimmte Essgewohnheiten.

Wenn die Psyche starken Belastungen ausgesetzt ist, kann sich das ganz schnell auf den Verdauungstrakt auswirken. Denn der Darm ist von einem dichten Nervengeflecht durchzogen, das eng mit dem Gehirn verknüpft ist. Stress, Wut oder Trauer schlagen sich deshalb auch auf den Darm nieder.

In anderen Fällen ist die Ernährung Grund für das Reizdarmsyndrom. Ob Zwiebeln, Gewürze oder Milchprodukte – eine Lebensmittelunverträglichkeit hat viele Gesichter. Um herauszufinden, welche Nahrungsmittel dem Magen-Darm-Trakt zu schaffen machen, kann man ein Ernährungstagebuch führen. Darin trägt man ein, was man über den Tag isst und ob oder welche Beschwerden auftreten.

Beschwerdefrei dank FODMAP-Diät

Falls dadurch der Verursacher von Bauchschmerzen, Krämpfen und Blähungen immer noch nicht ermittelt wird, verordnen Ärzte eine strenge Diät, die sogenannte FODMAP-Diät. Sie basiert auf dem Verzicht von ganz bestimmten Stoffen: Fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole. Die sind in Steinobst, Kohl, Hülsenfrüchten, Milchprodukten und Süßigkeiten enthalten. Zeitweise müssen diese Lebensmittel dann gänzlich vom Ernährungsplan gestrichen werden, um nachvollziehen zu können, welche Nährstoffe die Probleme im Verdauungstrakt verursachen. Die ein- bis zweimonatige Radikaldiät sollte jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Dem Körper werden dann nämlich dringend notwendige Nährstoffe entzogen. Auf der Webseite von VitaminExpress.org kann man über lebenswichtige Nährstoffe wie auch MSM mehr nachlesen.

Im Anschluss an die strikte Diät sind die Symptome meist abgeklungen. Dann folgt die Testphase: Arzt und Patient versuchen herauszufinden, welche der weggelassenen Lebensmittel in welchen Mengen doch verträglich sind. Daraus wird dann ein individueller Ernährungsplan erstellt, der Patienten im Alltag hilft, frei von Reizdarmbeschwerden zu sein.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Schneller beschwerdefrei wird man durch Medikamente. Der Arzt kann Schmerzmittel und Krampflöser verschreiben, die das Reizdarmsyndrom erträglicher machen. Hausmittel wie Fencheltee und eine Wärmflasche sind ebenfalls hilfreich – wenn auch nur kurzfristig. Wenn sich herauskristallisiert, dass die Psyche für die Beschwerden verantwortlich ist, können Antidepressiva zum Einsatz kommen. Wer Entspannungstechniken lernt, geht im Alltag besser mit Stress und anderen belastenden Situationen um. Bei einigen Patienten führen darüber hinaus alternative Heilmethoden wie Akupunktur zur Besserung.

Bildquelle: Fotolia.com © Andrey Popov