BVB-Trainer Lucien Favre weiß, wie gefährlich die Frankfurter sind. Foto: Hendrik Schmidt
BVB-Trainer Lucien Favre weiß, wie gefährlich die Frankfurter sind. Foto: Hendrik Schmidt

Respekt vor den «Büffeln»: Knifflige Aufgabe für den BVB

Ähnlich wie Verfolger FC Bayern beim zeitgleichen Gastspiel in Leverkusen ist der um sechs Punkte enteilte Tabellenführer am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Duell mit Frankfurt mächtig gefordert. Vor allem die imposante Trefferquote der von Eintracht-Torhüter Kevin Trapp unlängst als «Büffelherde» bezeichneten Offensivkräfte Ante Rebic, Sebastien Haller und Luka Jovic nötigt BVB-Coach Lucien Favre Respekt ab: «Ich habe mehrere Spiele gesehen, sie sind brandgefährlich. Es wird sehr schwer in Frankfurt.»

Immerhin 31 der insgesamt 39 Frankfurter Saisontore gehen auf das Konto des Trios, in der Rückrunde erzielten die drei Ausnahmekönner sogar alle fünf Treffer ihres Teams. Diese Abschlussstärke ist ein Grund dafür, warum die Eintracht als Tabellenfünfter auf den Einzug in die Champions League hoffen darf.

«Ihr Spiel besticht durch hohe Körperlichkeit, sie haben Robustheit», kommentierte Michael Zorc. En passant empfahl der BVB-Sportdirektor ein Gegenmittel: «Es geht auch immer um die Zulieferdienste. Es wird wichtig, defensiv stabil zu stehen. Lucien Favre wird versuchen, die richtigen Antworten zu finden.» Ein kleines Zeichen, dass Haller, Rebic und Jovic am Samstag allesamt zur Startelf gehören, gab Trainer Adi Hütter schon, als er sagte: «Wir spielen zuhause und wir möchten unsere Stärken in das Spiel bringen.» Die größte Stärke des Pokalsiegers ist ganz klar die Offensive.

Zum Verdruss des Dortmunder Trainers fallen mit Manuel Akanji und Dan-Axel Zagadou zwei Defensivstützen weiter aus. Zudem ist offen, ob Außenverteidiger Lukasz Piszczek (Fußverletzung) eingesetzt werden kann. Die Personalprobleme zwingen zu Umstellungen. Wie schon in Leipzig (1:0) und gegen Hannover (5:1) wird Julian Weigl auf einer für ihn ungewohnten Position aushelfen müssen.

Die bisher starken Auftritte des von Paris Saint-Germain umworbenen Mittelfeldspielers an der Seite von Abdou Diallo in der Innenverteidigung stimmen Favre zuversichtlich, dass seine Notmaßnahme auch in Frankfurt funktioniert: «Bisher hat es Julian sehr gut gemacht.»

Wie schwer es ist, bei der Eintracht zu punkten, bekamen die Dortmunder in den vergangenen Jahren zu spüren. Sie gewannen nur eines der vergangenen acht Spiele. Ein ehemaliger Borusse könnte dazu beitragen, dass sich diese Bilanz weiter verschlechtert. Der in diesem Winter an die Hessen verliehene Sebastian Rode wird wie schon beim sehenswerten 2:2 am vergangenen Wochenende in Bremen wohl zur Startelf gehören.

Schon kurz nach seiner Rückkehr zur Eintracht machte Rode mit der Äußerung von sich reden: «Hier ist teilweise eine bessere Stimmung als im Westfalenstadion.» Doch vor dem Spiel gegen seine ehemaligen Mitstreiter war er via Twitter darum bemüht, die Wogen zu glätten: «Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich niemals die Absicht habe, nachtragend zu sein. Außerdem weiß jeder Fußballfan, dass die Dortmunder und Frankfurter Anhänger zu den stimmungsvollsten Fanlagern in der Bundesliga zählen.»

Trotz der zuletzt eher durchwachsenen Ausbeute mit nur zwei Siegen aus den vergangenen sieben Partien rechnet sich die Eintracht gute Chancen aus, den Spitzenreiter ins Straucheln zu bringen. «Zu einem Topspiel gehört eine Topleistung, die müssen wir morgen abrufen», forderte Hütter am Freitag. Das Spitzenspiel wird mit 51 500 Zuschauern ausverkauft sein.