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Rettungssanitäter werden die Behandlung schwerer Verletzungen nicht an lebenden Schweinen üben. In einem Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Gera zog am Dienstag eine Firma aus Ronneburg ihre Klage gegen das Land Thüringen zurück, das diesen Plan verboten hatte.
Rettungssanitäter werden die Behandlung schwerer Verletzungen nicht an lebenden Schweinen üben. In einem Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Gera zog am Dienstag eine Firma aus Ronneburg ihre Klage gegen das Land Thüringen zurück, das diesen Plan verboten hatte. © dpa
02.10.2012

Rettungssanitäter üben nicht an lebenden Schweinen

Rettungssanitäter werden die Behandlung schwerer Verletzungen nicht an lebenden Schweinen üben. In einem Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Gera zog am Dienstag eine Firma aus Ronneburg ihre Klage gegen das Land Thüringen zurück, das diesen Plan verboten hatte. Den Schweinen sollten unter Narkose Schuss- und Stichverletzungen, aber auch Amputationen zugefügt werden.

Vor Gericht bezweifelten aber drei Gutachter den Nutzen. Als das Gericht zu erkennen gab, dass es sich dieser Ansicht anschließen werde, zog die Firma die Klage zurück. Bisher gab es solche Übungen für Sanitäter nicht. Ärzte üben nach Angaben aus dem Verfahren an lebenden Schweinen gelegentlich Beatmungstechniken.

Um Sanitäter für ihren Einsatz in Kriegsgebieten zu schulen, wollte die Firma unter Narkose schwere Hieb- und Stichverletzungen verpassen. Das Unternehmen sieht diese Übungen als notwendig an, um Sanitäter an lebenden Objekten zu schulen - etwa um zu lernen, typische Kriegsverletzungen realitätsgerecht zu versorgen. Dazu gehöre etwa, eine aktive Blutung mit Venenklemmen zu schließen. Die Tiere werden nach diesen Experimenten getötet. Die Firma Deployment Medicine International arbeitet für das US-Militär und bereitet Soldaten für den Einsatz in Kriegs- und Katastrophengebieten vor.

Tierschützer wie die Organisation Peta kritisieren solche Übungen. Ihren Angaben zufolge hat die Firma allein in den USA von 2001 bis 2010 fast 15.000 Schweine auf diese Weise verstümmelt und getötet. Die Tierschützer beanstanden, dass den Schweinen dabei Löcher in Brust und Gliedmaßen geschnitten, Blutgefäße durchtrennt und ihnen ins Herz gestochen werde. Peta hatte in der Vergangenheit an die Behörden appelliert, solche Trauma-Übungen an Tieren nicht zu genehmigen. dpa