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Einer der umfangreichsten Neonazi-Prozesse in Deutschland ist nach mehr als 300 Verhandlungstagen in Koblenz spektakulär geplatzt. Prozessauftakt war im Sommer 2012.
Einer der umfangreichsten Neonazi-Prozesse in Deutschland ist nach mehr als 300 Verhandlungstagen in Koblenz spektakulär geplatzt. Prozessauftakt war im Sommer 2012. © dpa
02.05.2017

Richter zu alt: Neonazi-Mammutprozess spektakulär geplatzt

Koblenz. Einer der umfangreichsten Neonazi-Prozesse in Deutschland ist nach mehr als 300 Verhandlungstagen in Koblenz spektakulär geplatzt. Prozessauftakt war im Sommer 2012. Und jetzt ist der Richter zu alt, um den Prozess beenden zu können.

Die Hauptverhandlung werde ausgesetzt, teilte es das Landgericht Koblenz am Dienstag mit, weil der Vorsitzende Richter Hans-Georg Göttgen mit Erreichen der Altersgrenze Ende Juni zwingend aus dem Dienst scheide und ein Prozessende bis dahin auszuschließen sei. Die noch terminierten Verhandlungstermine bis Ende Juni seien aufgehoben worden. «Der weitere Verlauf des Verfahrens ist derzeit ungewiss», hieß es weiter. Das wären dann fünf Jahre vergebliche Wahrheitssuche.

Mutmaßliche Neonazis mussten sich in diesem Prozess verantworten. Die Vorwürfe reichten von Gewalt gegen Linke über aufgesprühte Hakenkreuze bis hin zu versuchten Brandanschlägen auf Autos. Die Anklageschrift umfasst fast 1000 Seiten.