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NRW-Innenminister Jäger verbietet Hells Angel-Club.
NRW-Innenminister Jäger verbietet Hells Angel-Club. © dpa
03.06.2012

Rocker vor Gericht: Prozess um Rachemord im Milieu

Kaiserslautern (dpa) - Der erste Prozess hatte die Stadt in einen Ausnahmezustand versetzt: In Kaiserslautern beginnt diesen Dienstag (5. Juni) ein weiteres Gerichtsverfahren wegen eines Mordes im Rockermilieu vor drei Jahren. Der mutmaßliche Haupttäter war ins Ausland geflohen und hatte sich erst Ende vergangenen Jahres gestellt. Wegen gemeinschaftlichen Mordes an dem Chef einer rivalisierenden Bande muss er sich nun vor dem Landgericht verantworten. Der 29-Jährige gehört den Hells Angels an, einer Bande, gegen die die Polizei zuletzt in Berlin und Brandenburg mit Razzien vorgegangen ist.

Mehrere Innenminister haben sich zudem für ein Verbot derartiger Rockerclubs ausgesprochen. «Wenn wir die Möglichkeit haben, gewaltbereite Gruppierungen dieser Art zu verbieten, werden wir das auch tun», sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz am Wochenende der dpa. «Das Gewaltpotenzial ist sehr unterschiedlich, aber es geht weit ins kriminelle Milieu hinein.»

Dem in Kaiserslautern angeklagten Hells-Angels-Rocker wird vorgeworfen, in der Nacht zum 27. Juni 2009 auf einer Landstraße im Donnersbergkreis den 45-jährigen Präsidenten einer neu gegründeten Outlaw-Gruppe gestoppt und erstochen zu haben. Zwei seiner Komplizen waren vergangenen Mai zu hohen Haftstrafen verurteilt worden.

Beim Auftakt des Prozesses gegen sie hatten vor zweieinhalb Jahren rund 1000 Rocker die Stadt belagert. Für das zweite Verfahren rechnet die Polizei zwar mit einem geringeren Interesse. Dennoch hat sie Absperrungen und eine strenge Überprüfung der Besucher des Gerichtssaals angekündigt, um mögliche weitere Racheakte verhindern.