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28.03.2008

Runter von der Insel

Runter von der Insel – das ist das Motto, wenn die Briten Urlaub machen. Es gibt zwar Einige, die hierzulande Urlaub machen, aber ein Großteil der Bevölkerung stellt doch beim Thema Urlaub immer wieder fest, dass er auf einer Insel ist. Denn so bewusst ist man sich dessen nicht immer, auch für mich, erst seit kurzem umgesiedelt, fühlt sich vieles an wie auf dem Festland.

Nun muss man aber selbst ins Nachbarland Frankreich entweder die Fähre, den Zug durch den Euro-Tunnel oder ein Flugzeug nehmen, irgendwie eine Abstufung zum einfachen Über-die-Grenze-fahren, wie die Deutschen es machen. Und der Flug bringt einen doch am schnellsten ans Ziel. Angesichts der aktuellen Meldungen in den Nachrichten, wie jeder von uns seine Kohlenstoff-Marke hinterlässt, habe ich inzwischen bei jedem Flug ein schlechtes Gewissen. Und dann tue ich es doch wieder und steige in einen Flieger, um nach Deutschland zu kommen oder eben einen Urlaub woanders zu verbringen.

So dann auch letzte Woche. Am Mittwoch ging es zum Flughafen in Bournemouth und von dort nach Genf in die Alpen. Aber nicht ohne einen Zwischenfall wie er nicht typischer sein könnte für mich und meine schusslige Art. Bevor es losging hat mein Freund die obligatorische Frage gestellt, ob ich meinen Pass habe. Antwort: Ja!

Nach einer halben Stunde im Auto wurde mir dann fast schlecht. Ich sagte: "Du weißt doch wie ich auf deine Frage mit dem Pass ,Ja' gesagt hab. Ich hab ,Ja' gesagt, weil ich meinen Personalausweis hab und dachte, das reicht, aber mein Pass ist zu Hause." Das Problem: Ich nehme oft nur den Perso, und nach Deutschland oder Frankreich ist das auch in Ordnung. Nun ging unser Flug aber nach Genf, irgendwo auf der Grenze zu Frankreich, aber eigentlich auf Schweizer Seite. Wie sind da die Regeln? Plötzlich war ich unsicher. Und mein Freund natürlich sauer, denn er hatte ja die richtige Frage gestellt. Wir haben dann sofort die Airline angerufen und zum Glück sagte man uns, dass der Personalausweis ausreicht. Puh.

Der Rest des Urlaubes verlief ohne größere Zwischenfälle. Ein Tag mit wenig Schnee, die restlichen mit ganz viel. Es war toll, Ski zu fahren, trotz der Kälte. Der Schnee war genial. Und nicht nur weit oben, sondern auch unten im Dorf, wo wir gewohnt haben, war alles weiß und wunderschön.

Tja, sowas gibt es halt in England nicht.