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Nachwuchsförderung ist für Manfred Hagmann eine Verpflichtung. So bietet er beispielsweise polnischen Doktoranden und Master-Studentinnen, wie hier Monika Strozynska, die Möglichkeit zum praktischen Arbeiten. Foto: Doris Löffler
Nachwuchsförderung ist für Manfred Hagmann eine Verpflichtung. So bietet er beispielsweise polnischen Doktoranden und Master-Studentinnen, wie hier Monika Strozynska, die Möglichkeit zum praktischen Arbeiten. Foto: Doris Löffler © Doris Löffler
14.12.2011

SAS Hagmann geht den Dingen auf den chemischen Grund

Ist der Modeschmuck wirklich nicht vernickelt? Und besteht das Uhrgehäuse tatsächlich aus Titan? Antworten auf Fragen wie diese sind für Manfred Hagmann kein Problem. Via Rasterelektronenmikroskop, kurz REM, begibt er sich in die Tiefe der Materie, in die Welt der ultrakleinen Teilchen. „In vielen Fällen lassen sich analytische Fragestellungen der Oberflächentechnik, der Werkstoffkunde oder der Forensik beinahe ausschließlich mit Hilfe eines Rasterelektronenmikroskops beantworten“, sagt der diplomierte Chemieingenieur. Ob eine Ikone blattvergoldet ist, lässt sich demnach genauso sicher feststellen, wie die Existenz von Schmauchspuren oder das Vorhandensein von Haarrissen in Werkstoffen.

„Oft möchte man nur eben mal wissen, ob ein Bauteil lackiert, ob der Kunststoff gefüllt oder ob eine Oberfläche frei von Schmierstoffen ist“ – für einen raschen Überblick sei „die Untersuchung mittels REM die erste Wahl.“ Vorteil: „Die zu untersuchende Probe wird nicht zerstört“, macht der geschäftsführende Gesellschafter der SAS Hagmann GmbH deutlich, in dessen Betrieb ein solches Gerät den Blick in den Mikrometer-Bereich eröffnet. Der Sitz des 1980 gegründeten Servicelabors für naturwissenschaftliche Analysen Südwestdeutschland ist in Horb.

Indes ist die REM-Untersuchung nur ein kleiner Teil des Leistungsspektrums der SAS Hagmann. Der chemiegeschulte Kunde weiß um die Vielfalt des DIN-akkreditierten Horber Unternehmens, wenn er Begriffe wie diese liest: „Ionenchromatographie IC“, „Hochleistungsflüssigkeitschromatographie mit UV-Detektion HPLC-UV“, „Kapillar Gaschromatographie GC“ und „Infrarotspektroskopie FT-IR“. Allesamt sind die Methoden dazu geeignet, Produkte beispielsweise auf ihre Inhaltsstoffe oder Zusammensetzung zu analysieren. Zum Beispiel in der Autoindustrie.

In einer Darstellung von SAS heißt es dazu: Kunststoffe können Stoffe freisetzen. Bereits der Geruch mancher Emissionen kann von den Insassen eines Fahrzeugs als störend empfunden werden. In hohen Konzentrationen können sogar gesundheitliche Schäden die Folge sein. Hagmann: „Die Automobilhersteller reglementieren deshalb die zulässigen Emissionen. Manchmal sind sie strenger als die Medizinindustrie.“ Als Dienstleistungslabor ist das Horber Unternehmen mit Untersuchungen an sehr vielen verschiedenen Produkten der Automobilindustrie beteiligt. Ob Mercedes, Porsche, BMW oder VW – was beispielsweise an Kunststoffteilen in den Modellen eingebaut ist, die neu auf den Markt rollen, das wurde zuvor von SAS untersucht. „Im Bereich der polymeren Produktanalytik sind wir der ideale Partner für die Automobilzulieferer“, sagt der Geschäftsführer. Knapp ein Drittel des Umsatzes werde mit Automotiv generiert.

Ein weiterer Schwerpunkt sei die Medizintechnik. Hagmann: „Innovative Produkte unter Verwendung von neuen Materialien und Materialkombinationen erfordern eine lückenlose begleitende Überprüfung.“ Immerhin müssten gesundheitliche Gefahren für die Anwender und Verbraucher der medizinischen Produkte ausgeschlossen werden. Doch auch in weniger heiklen Bereichen kommt die SAS-Analyse zum Einsatz. Beispiel Gartenmöbel und Gewächshausfolien. Um eine möglichst lange Lebensdauer gewähren zu können, müssen diese Produkte durch UV-Absorber und Lichtstabilisatoren geschützt werden. Verarbeiter dieser Kunststoffe lassen deshalb prüfen, ob die Produzentenangaben richtig sind.

Nicht zuletzt ist das Nordschwarzwälder Unternehmen weltweit führend bei Forschungstätigkeiten im Bereich der siliziumorganischen Verbindungen. Und: „Mit der Analyse von mehr als 500 Kläranlagen und Deponien in ganz Europa haben wir sowohl das Know-how der Probenahme als auch das der Analyse von Biogasen“, weist der Geschäftsführer auch auf die hohe Kompetenz seiner 13 Beschäftigten hin.

Mehr Informationen unter www.sashagmann.de