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24.02.2015

Sachsens Verfassungsschutzchef als Zeuge im NSU-Prozess geladen

München. Im Münchner NSU-Prozess soll am Dienstag der Präsident des sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Gordian Meyer-Plath, als Zeuge aussagen. Meyer-Plath war in den 1990er Jahren Beamter beim brandenburgischen Verfassungsschutz und führte dort den V-Mann «Piatto».

Von diesem soll er 1998 erfahren haben, dass die drei abgetauchten mutmaßlichen NSU-Terroristen Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt von Chemnitzer Neonazis aus der «Blood & Honour»-Szene unterstützt werden. Ein Anführer der Gruppe habe den Auftrag erhalten, die drei mit Waffen zu versorgen. Das Trio plane außerdem einen weiteren Banküberfall und wolle mit dem Geld nach Südafrika verschwinden.

Das Münchner Gericht will am Dienstag auch zwei frühere Nachbarinnen des NSU-Trios anhören. Sie wohnten neben einer der Fluchtwohnungen an der Zwickauer Polenzstraße. Die Bundesanwaltschaft wirft Zschäpe die Beteiligung an zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen aus überwiegend rassistischen Motiven vor. Mit ihr sind vier mutmaßliche Helfer angeklagt.