nach oben
Ein 33-Jähriger gilt als ideologisches Bindeglied salafistischer Netzwerke. Der Vorwurf: Unterstützung des bewaffneten Kampfes in Syrien. Jetzt sitzt er in Haft. © Symbolbild: dpa
24.02.2014

Salafisten-Prediger festgenommen: Geld für Glaubenskrieger gesammelt?

Mönchengladbach. Schlag gegen die radikal-islamische Salafistenszene: Die Polizei hat nach Wohnungsdurchsuchungen in Nordrhein-Westfalen einen einflussreichen salafistischen Prediger festgenommen. Der 33-Jährige wurde am Montagmorgen in Mönchengladbach verhaftet, wie die Ermittler mitteilten.

Bildergalerie: Ausweisung einzelner radikaler Salafisten nicht ausgeschlossen

Bildergalerie: Brutale Attacken extremistischer Salafisten gegen die Polizei

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft ihm vor, für den gewaltsamen Kampf gegen den syrischen Staat Geld- und Sachleistungen gesammelt zu haben. Der Mann gehöre seit mehreren Jahren zum Kreis einflussreicher salafistischer Prediger, hieß es. Ausgangspunkt waren Ermittlungen zur Salafisten-Szene in Stuttgart.

Bildergalerie: Salafisten-Prediger Pierre Vogel auf dem Pforzheimer Marktplatz

Offiziell geht es um den Verdacht des Anwerbens für einen fremden Wehrdienst und den Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Ermittler durchsuchten Wohnungen in Düsseldorf und Mönchengladbach. Sichergestellt wurden mehrere Notebooks und Mobiltelefone, ein vierstelliger Bargeldbetrag sowie schriftliche Unterlagen. Das Material wird vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg ausgewertet.

Unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe für Syrien soll der 33-jährige Geld gesammelt und etwa einen ausrangierten Notarztwagen gekauft haben. Er soll zwei Männer dazu angestiftet haben, Bargeld über die Türkei nach Syrien zu fahren - getarnt als humanitäre Hilfsfahrt. «Mit dem Auto und dem Bargeld sollte in Aleppo eine jihadistische Gruppierung im Kampf gegen die amtierende syrische Regierung unterstützt werden», hieß es bei der Staatsanwaltschaft.

Verteidiger Mutlu Günal sprach auf «Focus Online» von «haarsträubenden Vorwürfen». Die Inhaftierung sei «angesichts solch dünner Beweislage ... eine Farce». Der Bonner Strafverteidiger wolle umgehend Haftbeschwerde einlegen, hieß es.