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Die Dritt- und Viertklässer der Grundschule Hohenwart besuchten die Synagoge in Pforzheim.
Neuer jüdischer Mitschüler weckt Interesse am jüdischen Glauben und organisiert einen Besuch in der Synagoge
28.03.2012

Schalom - Neuer jüdischer Mitschüler weckt Interesse am jüdischen Glauben und organisiert einen Besuch in der Synagoge

Am Mittwoch, den 21.3.12 besuchten die Dritt- und Viertklässer der Grundschule Hohenwart die Pforzheimer Synagoge in der Emilienstraße. Dort wurden wir von Herrn Hilkowitz empfangen, der uns vieles über den jüdischen Glauben erzählte.

Er erklärte uns, dass in einer Tora die fünf Bücher Moses stehen und sie außerdem mit 4000000 hebräischen Schriftzeichen geschrieben ist. Der Schreiber wird Sofer genannt. Er benötigt ein dreiviertel Jahr bis die Torarolle fertiggeschrieben ist. Sie ist sehr kostbar und darf beim Lesen nicht mit den Fingern berührt werden. Das hebräische Alphabet besteht aus 22 Schriftzeichen, denn die Vokale fehlen. Es ist nicht leicht, die Tora fehlerfrei zu lesen und sie wiegt fast 20 Kilogramm.

Frauen und Männer gehen getrennt in die Synagoge. Alle Männer tragen eine Kapa. Die Jungen werden als Baby mit 8 Tagen beschnitten und sind mit 13 Jahren erwachsen, die Mädchen schon mit 12 Jahren. In der Synagoge gibt es sehr bequem gepolsterte Bänke, denn die Gottesdienste können bis zu 3 Stunden dauern. Die Sitzbänke tragen Granatäpfel als Verzierung. Warum? Ein Granatapfel hat meist 613 Kerne, genausoviele Gebote und Verbote hat das Judentum. Zum Beispiel darf man nur essen, was koscher(rein) ist. Man isst Fleisch von Wiederkäuern mit gespaltenen Hufen, die mit einem superscharfen Messer mit abgerundeter Spitze (Schächtmesser) vom Schocked (Schlachter) geschächtet werden. Der Tod kommt schnell,mit einem Schnitt, denn Tiere dürfen auch beim Töten nicht gequält werden. Der Ruhetag ist der Schabbat und er ist am Samstag. Man darf überhaupt nichts arbeiten, nicht kochen und kein Feuer machen und strenge Juden benützen auch keine Elektrizität.

In der Synagoge stehen noch der Chanukkaleuchter (9Arme)und die Menorah(7Arme).

An zwei großen Deckenleuchten ist das Schmah Israel(Hauptgebet) geschrieben und ein kleines rundes Fenster zeigt nach Osten, nach Jerusalem, wie in jeder Synagoge.

Herr Hilkowitz wusste noch viel mehr zu berichten. Wir saßen lange und bequem.

Laura und Celina Klasse 4 GS Hohenwart