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Schleuser missbrauchen Online-Mitfahrzentralen. Symbolbild: dpa
 
Schleuser missbrauchen Online-Mitfahrzentralen © Symbolbild: dpa
19.06.2013

Schleuser missbrauchen Online-Mitfahrzentralen

Mitfahrzentralen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Für Mitfahrer ist es eine günstige Reisemöglichkeit und gleichzeitig sparen die Fahrer Benzinkosten. Doch laut Polizei nutzen immer mehr Kriminelle zunehmend die Mitfahrzentralen, um Menschen illegal in die EU zu schleusen.

Die Schleuser nehmen über Online-Mitfahrzentralen Kontakt zu Anbietern von Mitfahrgelegenheiten auf und vermitteln zu schleusende Personen als Mitfahrer. Oft geben sich diese Personen dann als Freunde oder Bekannte aus. Die geschleusten Personen müssen für die Mitfahrt hohe Preise zahlen. Nicht selten verschulden sie sich dafür und bleiben damit jahrelang abhängig von der Schleuserorganisation.

Für den Autofahrer ist dies nicht ungefährlich. Nimmt er einen Geschleusten mit, gerät er in Verdacht, Mitglied einer Schleuserbande zu sein. Im schlimmsten Fall kann er verurteilt werden.

Wolf Hamman, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes rät, schon bei der Kontaktaufnahme die Mitfahrer genau zu prüfen. Insbesondere grenzüberschreitende Autofahrer sollten sehr vorsichtig sein, wenn sie Mitfahrgelegenheiten anbieten. Einen Schleusungsversuch kann man an folgenden Merkmalen erkennen. Die Kontaktaufnahme zum Fahrer erfolgt nicht durch die Mitfahrer selbst, sondern durch einen Vermittler. Dazu werden die Fahrkosten nicht vom Mitfahrer, sondern von einer anderen Person bezahlt. Meistens sind die Mitfahrer auch nicht in der Lage sich sprachlich zu verständigen.

In solchen Fällen rät die Polizei dazu, die Vorlage eines Ausweises zu verlangen. Dies soll dem Mitfahrer schon am besten am Telefon mitgeteilt werden. Sollte der Mitfahrer keinen Pass vorweisen können, sollte man Abstand nehmen und die Polizei informieren.