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Weil sie Fleisch aus der Gefängnisküche unterschlagen haben sollen, müssen sich vier Häftlinge aus Celle seit Donnerstag vor dem örtlichen Amtsgericht verantworten. 
Weil sie Fleisch aus der Gefängnisküche unterschlagen haben sollen, müssen sich vier Häftlinge aus Celle seit Donnerstag vor dem örtlichen Amtsgericht verantworten.  © dpa
26.10.2017

Schnitzel-Mafia in Gefängnisküche - Schwerverbrecher vor Gericht

Weil sie Fleisch aus der Gefängnisküche unterschlagen haben sollen, müssen sich vier Häftlinge aus Celle seit Donnerstag vor dem örtlichen Amtsgericht verantworten. Wegen Beihilfe mitangeklagt ist der Küchenchef des Hochsicherheitsgefängnisses. Unter den Angeklagten seien verurteilte Schwerverbrecher, sagte Gerichtssprecher Dieter Philipp Klass.

Der Prozess findet unter großen Sicherheitsvorkehrungen statt. Verhandelt wird in einem Gerichtssaal, wo sonst Terrorverfahren laufen. Wegen der krummen Geschäfte mit Schnitzel und Würstchen erwarten die Angeklagten Klass zufolge Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren.   

Die 42 bis 56 Jahre alten Häftlinge der der Justizvollzugsanstalt Celle sollen überwiegend Schweinefleisch portioniert, zu Schnitzel und Würstchen verarbeitet und in eigenen Gefrierfächern verstaut haben. Insgesamt wurden knapp 46 Kilo Fleischwaren sichergestellt. 

Ihr Motiv ist noch unklar. Kurz nach dem Auftakt wurde der Prozess am Donnerstag auf Antrag der Verteidiger unterbrochen. Sie wollten zunächst mit ihren Mandanten die neuen Entwicklungen besprechen. Ursprünglich waren neun Männer angeklagt, vier Verfahren wurden eingestellt. Für den ersten von drei Verhandlungstagen sind sieben Zeugen geladen.

Eine interne Sicherheitsüberprüfung hatte das Verfahren ins Rollen gebracht. Auch das von Häftlingen gestaltete Gefängnismagazin «Damokles» hatte die «Schnitzeljagd in der JVA Celle» auf dem Titel.