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28.08.2012

Schulweg 17 Meter zu kurz für kostenloses Ticket

Ein Grundschüler bekommt zurecht kein Busticket von der Stadt, weil sein Weg zum Unterricht dafür 17 Meter zu kurz ist. Das hat das Verwaltungsgericht in Münster am Dienstag entschieden. In dem bizarren Rechtsstreit ging es um die genaue Messung der Stadt Ibbenbüren: Denn wäre der Weg 2000 Meter lang, würde die Stadt die Kosten von jährlich 390 Euro für das Schülerticket übernehmen. Zum Nachteil für die Familie aus Ibbenbüren ist es aber von der Haustür zum Grundstück der Schule nur 1983 Meter weit. Die Eltern maßen anders - vergeblich.

Uneinigkeit herrschte vor Gericht vor allem darüber, wo der Schulweg des Sechsjährigen beginnt und wo er endet. Die Eltern des Grundschülers hatten geklagt, weil sie meinten, die Stadt habe von einer Haustür aus gemessen, die sie gar nicht mehr benutzen. Außerdem habe die Stadt nicht bis zum Schultor gemessen, sondern nur bis zur Grenze des Schulgrundstücks. Das Gericht fand diese Berechnungen jedoch völlig in Ordnung. Auch wenn das Schultor auf dem Gelände liegt - das Grundstück beginne direkt an der Einfahrt zur Schule, und das sei in der Verordnung über die Schülerfahrtkosten für NRW als Grenze festgelegt. Und die Stadt habe auch von der richtigen Haustür aus gemessen, selbst wenn die Familie einen anderen Ausgang benutzt.

Der Vater des Jungen war von der Entscheidung enttäuscht: «Ich habe heute gemerkt, dass Rechtsprechung und Rechtsempfinden nicht das Gleiche sind», sagte er nach dem Urteil. «Mir geht es ja nicht um das Geld, aber dass die Stadt nicht bloß einmal, sondern viermal und immer unterschiedlich gemessen hat, da bleibt für mich ein fader Beigeschmack.» Ob die Familie in dem bizarren Rechtsstreit in die nächste Instanz gehe, wolle sie noch beraten. dpa