nach oben
03.07.2012

Scientology: Im Visier des Verfassungsschutzes

Die umstrittene Organisation Scientology mit ihrem Vorzeigemitglied Tom Cruise steht in Deutschland seit Jahren unter staatlicher Beobachtung. Scientology folgt streng den Lehren des Science-Fiction-Autors L. Ron Hubbard (1911-1986), der sie 1954 in den USA gründete. Zur Organisation zählen neben «Scientology-Kirchen», den sogenannten Orgs, den «Missionen» und «Celebrity-Centern», die sich speziell um prominente Mitglieder kümmern, fast ein Dutzend weitere Initiativen und Vereine.

Bildergalerie:

Experten wie auch das Bundesfamilienministerium werfen Scientology vor, Anhänger psychisch und finanziell abhängig zu machen. Hubbard-Texte enthalten nach Erkenntnissen des Bundesamtes für Verfassungsschutz «Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen». 1997 kam die Innenministerkonferenz nach jahrelanger Debatte zur Überzeugung, der Verdacht verfassungsfeindlicher Ziele habe sich erhärtet.

Scientology hat nach eigenen Angaben zehn Millionen Anhänger in mehr als 150 Ländern, unabhängige Stellen gehen von weltweit maximal 200 000 Scientologen aus. In den USA bekannten sich 2001 nach Schätzungen von US-Medien etwa 55 000 Menschen zu der Organisation, 2008 noch 25 000. In der Bundesrepublik hat sich die Zahl der Mitglieder nach Angaben der Bundesregierung von bis zu 6000 (2005) auf 4500 (2011) verringert. Dem widerspricht die «Scientology Kirche Deutschland e.V.». Die Mitgliederzahl in Deutschland habe sich leicht auf 12 000 aktive Scientologen erhöht.

Leserkommentare (0)