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Heinz Schenk verteilte über Jahre hinweg Äbbelwoi-Bembel an seine Gäste in der TV-Sendung "Zum Blauen Bock".
Heinz Schenk verteilte über Jahre hinweg Äbbelwoi-Bembel an seine Gäste in der TV-Sendung "Zum Blauen Bock". © dpa
01.05.2014

Sein Äbbelwoi-Bembel bleibt leer: Heinz Schenk gestorben

Wiesbaden. Der frühere Fernsehmoderator und Entertainer Heinz Schenk ist tot. Er starb im Alter von 89 Jahren am frühen Donnerstagmorgen in seinem Wohnort Wiesbaden, wie sein langjähriger Manager Horst Klemmer der Nachrichtenagentur dpa sagte. «Es war ein friedlicher Tod, er ist einfach eingeschlafen», sagte Klemmer.

Vor knapp einer Woche habe Schenk einen Schlaganfall erlitten und seither im Koma gelegen. Heinz Schenk wurde einem Millionenpublikum durch seine Fernsehshow «Zum Blauen Bock» bekannt, die er 21 Jahre lang bis 1987 moderierte. Typisch für die Sendung: Gäste bekamen einen Bembel geschenkt, das traditionelle bauchige Trinkgefäß für den Äbbelwoi, den hessischen Apfelwein. Wirtin im „Blauen Bock“ war Lia Wöhr, Schenk selbst trat mit seinem Sketchpartner Reno Nonsens als Oberkellner auf.

Schenks Ehefrau Gerti war im vergangenen Dezember im Alter von 85 Jahren gestorben. Das Paar war 62 Jahre lang verheiratet.

Schenk werde in den kommenden Tagen im engsten Freundeskreis beigesetzt, sagte Klemmer. Er werde seine letzte Ruhe in einem Doppelgrab neben seiner Frau finden. Schenk hinterlasse ein Millionenvermögen. Aus diesem werde nun eine Heinz-Schenk-Stiftung für Unterhaltungskünstler gegründet. Diese werde das Ziel haben, junge Musiker und andere Bühnenkünstler beim Karrierestart finanziell zu unterstützen.

«Es war ein Leben für die Show», sagte Klemmer über Schenk. Als 18-Jähriger habe Schenk erstmals auf der Bühne gestanden und sei dieser ein Leben lang treu geblieben. «Er hatte nie einen anderen Beruf.» Zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Moderator schrieb Schenk mehr als 600 Lieder und war jahrzehntelang als Unterhaltungskünstler auf Tour. Eine enge Verbindung hatte er zum Hessischen Rundfunk: Dort startete er die Radiosendung «Fröhlicher Wecker» und wechselte später ins Fernsehen.

Schenk galt als passionierter Skatspieler, Hobbygärtner und -fotograf. Und er war - in seinem Alter eher ungewöhnlich - stark an Computern interessiert. Zu seinem Manager hatte er ein enges Verhältnis. «Wir hatten nie einen Vertrag», sagte Klemmer. «Es war ein Handschlag. Und daraus ist eine enge Partnerschaft und eine lebenslange Freundschaft geworden.»