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20.03.2009

Serie von Amokdrohungen an Schulen reißt nicht ab

KARLSRUHE/PFORZHEIM. Wie ernst muss man in den diesen Tagen Gerüchte oder Wutausbrüche zum Thema Amok nehmen? Zweimal war in den vergangenen Monaten die Alfons-Kern-Schule in Pforzheim das Ziel einer Amokdrohung, zweimal gab es einen Polizei-Großeinsatz, zweimal ist nichts passiert. Aber was ist beim dritten Mal? Jeder Amoklauf ist einer zu viel, und deshalb ging die Polizei im Landkreis Karlsruhe am Donnerstag und Freitag einer mündlichen Amokdrohung und einem Amokgerücht an Schulen mit großem Aufgebot nach.

Eine Lehrerin hatte am Donnerstag in einer Schule in Rheinstetten einem 14-jährigen Schüler ein Handy abgenommen. Dieser soll darauf angekündigt haben, durchzudrehen und "dass man sich nicht wundern bräuchte, wenn da jemand Amok laufe". Danach hatte sich der Schüler von der Schule entfernt. Die alarmierte Polizei hatte darauf hin Polizeibeamte rund um die Schule positioniert. Als der Schüler zurück kam, konnten sie ihn ergreifen. Gegenüber den Polizeibeamten bestritt der Junge jedoch die Ankündigungen. Ferner entschuldigte er sich für sein Verhalten.

Auch in Linkenheim führten Gerüchte über eine am Freitag geplante Amoktat zu einem Großeinsatz der Polizei. Besorgte Eltern, denen das Gerücht zu Ohren gekommen war, hatten die Polizei informiert. Beamte hatten dann eine äußere Absperrung um die Realschule gelegt. In Gesprächen mit Schülern konnten Polizisten die Hintergründe zu den Gerüchten aufklären und Entwarnung geben. Dabei wurde auch ein 14-jähriger Schüler vernommen, der jedoch nicht als Urheber der Gerüchte zu bestimmen war.

Auch nach über einer Woche seit dem Amoklauf in Winnenden reißen die Bedrohungslagen an Schulen in der Region nicht ab. Trotz der schlimmen Folgen von Winnenden scheint einigen Schülern der Ernst und die Auswirkungen einer solchen Lage nicht hinreichend klar zu sein. „Der Begriff Amok scheint sich in den Sprachgebrauch der Schüler einzuschleichen und wird daher wohl manchmal auch gedankenlos verwendet“, schreibt die Karlsruher Polizei in einer Pressemitteilung mit Blick auf die beiden Amokeinsätze am Donnerstag und Freitag.

Die Polizei weist angesichts dieser Amokfälle darauf hin, dass die Androhung von Amoktaten eine Straftat darstellt, die in schweren Fällen mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft werden kann. Ebenso können durch den Polizeieinsatz entstandene Kosten beim Verursacher eingefordert werden.