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Die von Ermittlern der Hamburger Polizei aus der Elbe geborgene Leiche gab der Polizei lange Rätsel auf. Jetzt hat sich das vermeintliche Verbrechen als skurriler Selbstmord herausgestellt.
Die von Ermittlern der Hamburger Polizei aus der Elbe geborgene Leiche gab der Polizei lange Rätsel auf. Jetzt hat sich das vermeintliche Verbrechen als skurriler Selbstmord herausgestellt. © dpa
22.11.2012

Skurriler Selbstmord: Rätsel um Toten aus Elbe gelöst

Es ist der ungewöhnlichste Selbstmord, den die Hamburger Polizei je bearbeitet hat: Monatelang rätselten Ermittler über einen Toten in einem Sack, den ein Angler in Hamburg aus der Elbe gezogen hatte. Jetzt steht fest: Der 43-Jährige nahm sich selbst das Leben.

Ende Juni hatte der Angler einen Leinensack mit der Leiche entdeckt. Die Mordkommission ermittelte, alles deutete auf ein Gewaltverbrechen hin. Doch die Beamten rekonstruierten nun, dass sich der Mann mit einem Rucksack mit Steinen auf dem Rücken in zwei Planen wickelte, die er mit Kabelbindern zusammenband. Für seine Arme ließ er Platz. Er schoss sich, als er sich ins Wasser stürzte, eine Kugel in den Kopf.

Die Waffe wurde bisher nicht gefunden. Die Ermittler konnten auch nicht klären, wo genau sich der 43-Jährige in die Elbe fallen ließ. Die Identität des Mannes festzustellen, war schon schwierig gewesen: Niemand fragte nach ihm, niemand gab eine Vermisstenanzeige auf.

Trotz der Verwesung konnten Rechtsmediziner die Fingerabdrücke des Toten sichern, der Abgleich mit der Datenbank des Bundeskriminalamts ergab einen Treffer: Das - vermeintliche - Opfer war 43 Jahre alt und lebte allein in einer Einzimmerwohnung im Süden Hamburgs. Bis heute konnte die Polizei keinen einzigen Freund oder engeren Bekannten finden. Näheren Kontakt zu seinen Nachbarn vermied er, auch seine Angehörigen wussten fast nichts über ihn. «Er war ein absoluter Einzelgänger», sagte eine Polizeisprecherin.

Seine Wohnung hatte der 43-Jährige zudem leergeräumt und gründlich geputzt. In dem frisch renovierten Zimmer gab es den Angaben zufolge kein einziges Möbelstück. Schon 2004 war der Mann in Berlin mit einem Transporter aus ungeklärter Ursache ungebremst gegen eine Mauer gerast. «Auch da hatte er die Wohnung blitzsauber hinterlassen», erzählte die Sprecherin. dpa

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