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24.07.2008

Sommerferien

Es sind große Ferien, auch hier in England. Am letzten Schultag stürmen die einheitlich in Schuluniform gekleideten Schüler aus den Schulen, sammeln sich in Gruppen, sitzen zusammen auf dem Rasen oder auch im Pub, lästern ein letztes Mal über Frau X oder Herr Y, reden über Pläne für die Ferien und versprechen sich gegenseitig SMS aus dem Urlaub.

Manche der Jüngeren gehen auch direkt nach Hause, verabschieden sich lauthals von ihren Freunden, rufen sich letzte Wünsche zu. Ob es nun der Schulweg an diesem speziellen Tag ist oder an jedem anderen, wo Schüler wichtige Verkehrsstraßen überqueren müssen, steht oft jemand mit einer großen Kelle auf der STOP steht.

Das habe ich nun schon oft beobachtet und gelernt, dass es sich um eine sogenannte "Lollipop Lady" handelt, zumindest im Falle einer weiblichen Person. Sieht ja auch aus wie ein Lolly, diese grosse Kelle, mit der sie an der Straße steht und auf Kinder auf ihrem Schulweg wartet. Die Kinder wissen, was sie erwartet und bleiben am Straßenrand stehen, warten bis die Lollipop Lady in der Mitte der Straße steht, die Autos anhält und ein Zeichen gibt, wenn es sicher ist, die Straße zu überqueren. Zurück zum Strassenrand und wieder von vorn.

Alle Achtung, oder? Ist zwar ein bezahlter Job, aber auch einfach ein grandioser Dienst an alle Eltern, deren Kind sich zu Fuß auf den Schulweg begibt. Das sind hier einige, aber grade zur Grundschule gibt es immer noch viele Eltern, die die Kinder zum Schultor fahren. Dort parken die Mamis dann schräg auf den Gehweg, zupfen die Blusen der Kleinen zurecht, teilen Schultaschen und Abschiedsküsse aus. Wenn sie dann wieder losfahren, müssen auch sie sich der Lollipop Lady beugen und auf Fußgänger-Schüler warten. Sonst hätte die ja nur halb so viel zu tun.