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© Symbolbild: dpa
18.03.2013

Spektakuläre Flucht: Häftlinge entkommen mit Hubschrauber

Montréal/New York. So spektakulär die Flucht war, so erfolglos blieb sie letztlich: In Kanada sind zwei Männer per Hubschrauber aus einem Gefängnis geflohen. Den Piloten hatten zwei Komplizen zu der waghalsigen Aktion gezwungen, wie es in ersten Berichten hieß. Die Wärter konnten den beiden Verbrechern zwar nur noch hinterhergucken, die beiden Kriminellen wurden aber wenige Stunden später gefasst.

Der Hubschrauber war nach kanadischen Medienberichten am Sonntagnachmittag (Ortszeit) plötzlich über der Haftanstalt St-Jérôme bei Montréal aufgetaucht. Zwei zu langen Haftstrafen verurteilte Männer - 36 und 33 Jahre alt - liefen sofort auf die Maschine zu und klammerten sich an herunterhängende Seile. Kurz darauf waren der Hubschrauber und die Häftlinge verschwunden.

Der Ältere der beiden rief wenig später einen Radiosender an und beklagte sich über die Haftbedingungen in dem nach seinen Angaben überbelegten Gefängnis. Er wolle nicht wieder in Haft zurückgehen, sagte der Mann, der zur Rockerbande Hells Angels gehören soll. «Ich bin bereit zu sterben.»

Doch die Polizei fasste ihn nur wenig später und mit ihm zwei Fluchthelfer. Auch der 33-Jährige war kurz danach wieder in Gewahrsam. Die ganze Flucht dauerte also nur wenige Stunden.

Kanada diskutierte am Montag über die Haftbedingungen in seinen Gefängnissen. Tatsächlich soll St-Jérôme gerade an Wochenenden oft überbelegt sein. Der Grund: In Kanada gibt es für geringe Vergehen manchmal Kurzstrafen von nur wenigen Tagen. Die werden oft am Wochenende abgesessen.

Fluchten per Hubschrauber gibt es immer wieder, seit so etwas 1971 zum ersten Mal gelang. Die Pilotenorganisation AOPA verzeichnet etwa 40 Fälle, jeder dritte von ihnen in Frankreich. Zwar waren mehr als zwei Drittel erfolgreich, letztlich wurden die meisten Ausbrecher aber wieder gefasst.