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Schreck an der Zapfsäule: Der Spritpreis steigt und steigt, im Schnitt sind es inzwischen mehr als 1,50 Euro, die für den Liter gezahlt werden müssen.
Spritpreis klettert weiter in die Höhe © dpa
24.02.2011

Spritpreis klettert weiter: Kostet Benzin bald zwei Euro?

BERLIN/PFORZHEIM. Schreck an der Zapfsäule: Der Spritpreis steigt und steigt, im Schnitt sind es inzwischen mehr als 1,50 Euro, die für den Liter gezahlt werden müssen. In Berlin geht man sogar davon aus, dass bald die Zwei-Euro-Marke an den Tankstellen geknackt werden wird. Die Krise in Libyen soll Schuld sein. Sprit ist so teuer wie lange nicht in Deutschland, weil die Mineralölkonzerne in den vergangenen Tagen insbesondere die Preise für Super und Diesel kräftig angehoben haben.

In Pforzheim lagen die Preise für Benzin und Super gestern – wie auch im Rest der Republik – im Schnitt über 1,50 Euro pro Liter. Hintergrund sind laut den Mineralölkonzernen die bürgerkriegsähnlichen Zustände im Ölland Libyen. Die Konzerne würden die steigenden Ölnotierungen umgehend an die Kunden weitergeben, heißt es beim ADAC. Libyen ist einer der größten Erdölproduzenten der Welt, für Deutschland ist das Land der fünftwichtigste Lieferant von Rohöl. „Der Ölmarkt bestimmt die Richtung beim Sprit“, so ein Experte des Automobilclubs. Und diese Richtung führt nach oben. Nach Ansicht der Grünen müssen sich die Autofahrer in absehbarer Zeit auf was gefasst machen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bärbel Höhn sagte der PZ: „Auf Dauer ist nicht mehr mit sinkenden Preisen zu rechnen. Es ist deshalb nicht mehr die Frage ob, sondern wann der Autofahrer deutlich mehr als zwei Euro pro Liter Sprit zahlen muss.“

Sollte die Zwei-Euro-Marke tatsächlich überschritten werden, rechnet man in Berlin bereits mit dem Unmut der Autofahrer – die Marke gilt als psychologisch wichtig. Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) fürchtet die „Preisauftriebstendenzen“, die es gebe. Wenn sich die Lage in Libyen beruhigt habe, „wird es auch eine gewisse Preisberuhigung an den Märkten geben“, hofft der Minister.
Ölkonzerne nutzen Gelegenheit
Nach Ansicht des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) kommt der derzeitige Preisanstieg vor allem den Ölkonzernen zugute. „Bisher ist eigentlich nichts passiert, was die Ölförderung angeht. Die Lager sind sehr gut gefüllt“, sagte Gerd Lottsiepen, bei dem Verband für Verkehrspolitik zuständig. Problematisch werde die Lage erst, wenn Unruhen wie in Libyen auf andere wichtige Erdölländer übergriffen. „Die Konzerne machen das, was sie immer getan haben: Sie nutzen jede Gelegenheit, um mehr Geld zu verdienen“, kritisierte Lottsiepen.

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