nach oben
Die älteste detaillierte Ansicht der Stadt Pforzheim von 1643.
Historie Merian 1643
Dieser römische Meilenstein (Leugenstein) verweist auf die Siedlung "Portus", das heutige Pforzheim.
Historie - Leugenstein
Seit fast acht Jahrhunderten ein Pforzheimer Wahrzeichen: die Schloßkirche.
Historie - Schloßkirche
Bedeutender Humanist und Pforzheimer: Johannes Reuchlin.
Historie - Reuchlin
Das Waisenhaus war die Keimzelle der Pforzheimer Traditionsindustrie.
Historie - Waisenhaus
Gründer der Schmuck- und Uhrenindustrie in Pforzheim: Markgraf Karl-Friedrich.
Historie KarlFriedrich
So hat ein Pforzheimer Künstler den Arbeitsplatz eines Goldschmieds gesehen.
Historie - Goldschmied
Mit solch einem Automobil wagte Bertha Benz die Fahrt von Mannheim nach Pforzheim.
Historie - Bertha Benz
Nobelpreisträger Heinrich Wieland.
Historie Heinrich Wieland
Trümmerhaufen und Massengrab - Pforzheim nach dem Luftangriff vom 23. Februar 1945.
Historie - 23. Februar
Mit dem Reuchlinhaus erhielt Pforzheim ein neues kulturelles Zentrum und ein Schmuckmuseum.
historie-reuchlinhaus
In Windeseile zog der Tornado eine Spur der Verwüstung durch Pforzheim.
Historie-Tornado
Seit über drei Jahrzehnten ein markanter Blickfang: das Neue Rathaus.
Historie - Rathaus
Lange mussten die Pforzheimer auf eine Stadthalle (im Hintergrund das später gebaute Stadttheater) warten.
Historie-Stadthalle
Für die Landesgartenschau 1992 wurde der Enzauenpark geschaffen.
Historie - Enzauenpark
Olympisches Gold gab es 1998 im japanischen Nagano für Snowboarderin Nicola Thost in der Halfpipe.
historie-nicola-thost
Altes Haus strahlt wieder neu: Im Industriehaus sind die "Schmuckwelten" untergebracht.
Historie - Industriehaus
17.01.2008

Stadtgeschichte im Überblick

Auf eine fast 2000-jährige belegte Geschichte kann die Stadt Pforzheim zurückblicken. Mehrmals wurde sie zerstört, von Alemannen, Schweden, Franzosen, Bayern und zuletzt bei einem Luftangriff am 23. Februar 1945. Und doch hat sich das kleine Landstädtchen zu einer Großstadt gemausert.

Die Pforzheimer Stadtgeschichte

{ImageR}90 n.Chr.
An der Enz entlang einer Furt im Bereich der heutigen Altstädter Brücke entsteht die römische Siedlung „Portus“ („Portus“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Hafen“ oder „Furt“).

259/260
Die Alemannenn zerstören die Siedlung, die jedoch weiterhin bewohnt bleibt.

1067
In einer Urkunde von Kaiser Heinrich IV. wird Pforzheim erstmals urkundlich erwähnt.

vor 1080
Die "Alte Stadt" Pforzheims im Bereich der heutigen Altstadt erhält das Marktrecht.

nach 1150
Die "Neue Stadt" wird westlich der "Alten Stadt" am Fuße des Schloßbergs gegründet.

1200
Während die "Alte Stadt" weiterhin rechtlich als eigenständige Gemeinde  besteht, werden für die "Neue Stadt" erstmals urkundlich die Stadtrechte erklärt.

{ImageL}etwa 1225
Die Schloß- und spätere Stiftskirche St. Michael wird auf dem Schloßberg errichtet.

1240
Erste urkundliche Erwähnung eines Pforzheimer Bürgermeisters.

13./14. Jahrhundert
Pforzheim wird in diesen Jahren zur wichtigsten Stadt der Markgrafenschaft Baden. In jener Blütezeit entsteht ein einflussreiches Patriziat, das auch auf dem Finanzmarkt umfangreiche Aktivitäten entwickelt. Im Laufe der Jahre wächst in Pforzheim eine bedeutsame Lateinschule heran, die später unter anderem die Humanisten Johannes Reuchlin und Philipp Melanchthon als Schüler besucht hatten. Mitte des 14. Jahrhunderts zählt Pforzheim bis zu 1200 Einwohner.

15. Jahrhundert
Die Blütezeit geht zu Ende, denn die reichen Patrizier verlassen nach und nach die Stadt. Pforzheim sinkt zur kleingewerblich orientierten Landstadt ab.

1447
Mit großem Prunk wird die Hochzeit des badischen Markgrafen Karl I. mit Katharina von Österreich, der Schwester Kaiser Friedrichs III., in Pforzheim gefeiert.

{ImageR}1455
Am 22. Februar wird in Pforzheim der große deutsche Humanist Johannes Reuchlin geboren. Er starb am 30. Juni 1522 in Stuttgart. Ihm zu Ehren verleiht die Stadt Pforzheim heute den Reuchlinpreis an verdiente Geisteswissenschaftler.

1463
Pforzheim gerät unter pfälzische Oberherrschaft - nach einer militärischen Niederlage des badischen Markgrafen gegen den pfälzischen Kurfürsten. Die Markgrafen bleiben jedoch unmittelbare Stadtherren.

1496
Thomas Anshelm eröffnet in Pforzheim eine Buchdruckerei. Bekannt geworden ist er als Drucker der Bücher von Johannes Reuchlin und anderer bedeutender Humanisten.

1501
Im "Pforzheimer Pestjahr" formiert sich aus einem Kreis mutiger Männer, die Pesttote begraben, die "Löbliche Singergesellschaft der Stadt Pforzheim". Sie zählt heute zu den ältesten lokalen Bürgerinitiativen Deutschlands.

1519
Johannes Schwebel predigt in Pforzheim Luthers Lehren. 37 Jahre danach führt Markgraf Karl II. in der Markgrafschaft Baden-Durlach und damit auch in Pforzheim das Luthertum als Staatsreligion ein.

1535 bis 1565
Markgraf Ernst wählt Pforzheim zur badischen Residenzstadt.

1622
In der Schlacht bei Wimpfen soll sich der Sage zufolge ein Pforzheimer Kontingent besonders ausgezeichnet haben.

1643
Die älteste detaillierte Ansicht der Stadt Pforzheim erscheint im Buch "Topographia Sueviae" von Matthäus Merian.

1644
Schwedische und französische Truppen erobern im 30-jährigen Krieg die Stadt Pforzheim.

1645
Bayerische Truppen erobern Pforzheim, plündern die Stadt und setzen sie in Brand.

1688 bis 1697
Pforzheim bleibt auch im Pfälzischen Erbfolgekrieg nicht verschont und wird 1689 zweimal und 1692 einmal von französischen Truppen geplündert und niedergebrannt.

1700
Das erste von den Fesseln der Zunft-Bestimmungen befreite Pforzheimer Unternehmen wird gegründet: die "Wollen-, Tuch-, Zeug- und Strumpffabrik".

1715 bis 1730
Im "Pforzheimer Privilegienstreit" widersetzen sich die Bürger den Steuerforderungen des badischen Markgrafen. Berühmt geworden ist in diesem Zusammenhang der "Pforzheimer Weiberkrawall" von 1725.

{ImageL}1718
Mit der Eröffnung des „Waisen-, Toll-, Kranken-, Zucht- und Arbeitshauses“ im Gebäude des ehemaligen Dominikanerinnenklosters wird, damals noch unwissentlich, das Fundament für die ein halbes Jahrhundert später ins Leben gerufene Jahre Schmuck- und Uhrenindustrie gelegt.

1753
Privatisierung der Pforzheimer Tuchfabrik.

1761
Privatisierung der Pforzheimer Eisenmanufaktur.

{ImageR}1767
Die Privilegierung der „Uhren- und feinen Stahl-Fabrik“ im Waisenhaus markiert Pforzheims Beginn als Industriestadt durch Markgraf Karl-Fiedrich. Während die Uhrenproduktion bald wieder aufgegeben wird, blüht danach die Schmuckindustrie auf.

1776
In der Pforzheimer Schmuckindustrie wird die Gewerbefreiheit eingeführt.

1. Hälfte 19. Jh.
Pforzheim wird durch seine Textil-, Metall- und Schmuckwarenfabriken zum industriellen Zentrum des Großherzogtums Baden.

1805/06
In Pforzheim wütet eine Typhusepidemie.

1836
Ferdinand Oechsle, 1774 in Buhlbach geboren und 1852 in Pforzheim gestorben, erfindet die Mostwaage. Zu Ehren des Goldschmieds und Mechanikers gibt es seit 1986 das jährliche Weinfest "OechsleFest".

{ImageL}1839
Ein Streit über die Länge der Arbeitszeit in der Pforzheimer Industrie führt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und geht als "Goldschmiedsrevolution" in die Stadtgeschichte ein.

1858
In Pforzheim wird die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

1861 bis 1874
Durch die Fertigstellung der Teilstrecken von Pforzheim nach Wilferdingen (1861) wird Pforzheim 1861/62 an das deutsche Eisenbahnnetz angebunden. Es folgt 1863 die Bahnstrecke Pforzheim-Mühlacker. 1868 wird die Enztalbahn Pforzheim-Wildbad eröffnet, 1874 die Nagoldbahn Pforzheim-Calw.

1869
Mit dem "Gewerkverein der Pforzheimer Goldarbeiter" wird die erste Pforzheimer Gewerkschaftsorganisation" gegründet.

1871
Das Städtische Krankenhaus wird eingeweiht.

1875
Erstmals ziehen Souialdemokraten in den Pforzheimer Bürgerausschuss ein.

1877
Mit der Eröffnung der Kunstgewerbeschule, die weltweit zu den ältesten Berufsschulen zählt und heute als Hochschule für Gestaltung firmiert, erfährt die Schmuckindustrie neue Impulse.

{ImageR}1888
Bertha Benz und ihre beiden Söhne unternehmen die erste Fernfahrt der Welt mit einem Automobil von Mannheim nach Pforzheim und wieder zurück.

1893
Die Synagoge wird fertiggestellt. In der "Reichskristallnacht" von 1938 wird sie von Nazis schwer beschädigt und muss auf Kosten der jüdischen Bevölkerung abgerissen werden.

1900
Die Kleinbahn Pforzheim-Ittersbach wird in Betrieb genommen und läuft bis zur Einstellung des Schienenverkehrs nach dem Tornado von 1968.

nach 1900
Die Pforzheimer Uhrenindustrie wird wiederbelebt und erfährt nach dem Aufkommen der Armbanduhren in den 20er-Jahren eine Blütezeit.

1905
Das Dorf Brötzingen wird eingemeindet.

1906
Der 1. FC Pforzheim unterliegt im Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft dem VfB Leipzig mit 1:2 Toren.

1913
Dillweißenstein wird zu einem Stadtteil von Pforzheim.

1919
In Pforzheim brechen nacheinander eine Typhus- und eine Ruhrepidemie aus.

{ImageL}1927
Heinrich Otto Wieland (geboren 1877 in Pforzheim, gestorben 1957 in München) erhält für seine Forschungen über die Gallensäure den Nobelpreis für Chemie.

1934
Die Radioapparatefabrik Fritz Schaub siedelt sich in Pforzheim an.

1938
Ein erstes „Städtisches Schmuckmuseum“ wird eingerichtet.

1940
Deportation der Pforzheimer Juden ins Konzentrationslager Gurs: Nur 55 der 195 Deportierten entgehen der Massenvernichtung.

{ImageR}1945
Durch einen Luftangriff am 23. Februar wird der Pforzheimer Stadtkern völlig zerstört, innerhalb von 22 Minuten finden annähernd 20.000 Menschen den Tod. Am 18. April enden die Kriegshandlungen mit der Besetzung der Stadt durch die französische Armee. Zwischen dem 6. und 8. August lösen amerikanische Streitkräfte die französischen Besatzungstruppen ab.

1946
Am 26. Mai findet erstmals wieder nach Hitlers Machtergreifung eine demokratische Stadtratswahl ab.

1955
Anlässlich der Feierlichkeiten zum 500. Geburtstag des Pforzheimer Humanisten Johannes Reuchlin wird der Reuchlinpreis gestiftet und im Beisein von Bundespräsident Theodor Heuss erstmals verliehen.

{ImageL}1961
Das Kulturzentrum „Reuchlinhaus“ mit Schmuckmuseum, Kunst- und Kunstgewerbeverein, Stadtbibliothek, Heimatmuseum und Stadtarchiv wird eröffnet.

1967
Die  Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie feiert das 200-jährige Bestehen.

{ImageR}1968
In den Abendstunden des 10. Juli verwüstet ein Tornado weite Teile der Pforzheimer Innenstadt.

1971 bis 1975
Im Rahmen der kommunalen Gebietsreform werden die fünf Gemeinden Würm, Hohenwart, Büchenbronn, Huchenfeld und zuletzt Eutingen (nach erfolgloser Klage und einer Entscheidung des Staatsgerichtshofes Baden-Württemberg) nach Pforzheim eingemeindet. Die erweiterte Stadt hat 1975 erstmals über 100.000 Einwohner und wird somit zur Großstadt.

{ImageL}1973
Das Neue Rathaus wird nach fünfjähriger Bauzeit eingeweiht.

1975
Im Frühjahr wird der neu gestaltete Marktplatz im Zentrum der Stadt offiziell seiner Bestimmung übergeben. Als Großstadt muss Pforzheim eine Berufsfeuerwehr ins Leben rufen.

1977
Der Kunst- und Kunstgewerbeverein feiert sein 100-jähriges Bestehen

1978
Die Industrie- und Handelskammer Pforzheim kann auf ihre 125-jährige Geschichte zurückblicken.

1979
Mit der Eröffnung des Pforzheimer Stadtmuseums in Brötzingen entwickelt sich dort im Westen der Stadt ein Museumsareal.

1983
Die Pforzheimer Muesumslandschaft wird um das „Technische Museum der Schmuck- und Uhrenindustrie“ und um das „Bäuerliche Museum“ im Stadtteil Eutingen erweitert.

1986
Nach langen Diskussionen und im Landesvergleich reichlich spät erhält Pforzheim eine Fußgängerzone.

{ImageR}1987
Die Einweihung der Pforzheimer Stadthalle, heute CongressCentrum, markiert das Ende eines langen kommunalpolitischen Streits um den Bau von Stadthalle und Stadttheater als einzelne Gebäude oder Kombinationsbau.

1989
Erstmals geht Pforzheim mit der spanischen Stadt Gernika eine Städtepartnerschaft ein. Weitere Städtepartnerschaften folgen 1990 mit Saint-Maur-des-Fossés, 1991 mit Vicenza, 2007 mit Tschenstochau, Irkutsk und Nevsehir. Demnächst sollen Osijek und das Komitat Györ-Moson-Sopron folgen.

1990
Das neue Stadttheater am Waisenhausplatz wird eingeweiht und beendet somit das Theaterprovisorium im Osterfeld-Gebäude, das heute das Kulturhaus Osterfeld beherbergt.

{ImageL}1992
Im Zuge der Landesgartenschau ist im Osten der Stadt eine großzügige Park- und Erholungslandschaft mit renaturierter Enz entstanden, der heutige Enzauenpark. Mit einem großen Festakt feiert die Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie ihr 225-jährigens Bestehen. Durch den Zusammenschluss der Fachhochschule für Wirtschaft und der Fachhochschule für Gestaltung entsteht die Fachhochschule Pforzheim – Hochschule für Gestaltung, Technik und Wirtschaft. Zwsichen Oststadt und Eutingen wird die Fatih-Moschee eingeweiht.

1994
Das Kulturhaus Osterfeld, eines der größten soziokulturellen Zentren in Deutschland, wird im alten Stadttheater-Provisorium eröffnet.

1995
Die Stadt feiert zwei große Jubiläen: 1750 Jahre erste Erwähnung und 800 Jahre Stadt. Der „Archäologische Schauplatz Kappelhof“ wird eröffnet.

1996
Das Städtische Klinikum Pforzheim feiert sein 125-jähriges Bestehen.

{ImageR}1998
Snowboarderin Nicola Thost gewinnt bei den olympischen Winterspielen im japanischen Nagano in der Halfpipe die Goldmedaille. Das private Museum „Gegen das Vergessen - eine Sammlung zur DDR-Geschichte“ wird eröffnet. Mit der Enthüllung einer Gedenktafel beim Güterbahnhof wird an die 60. Wiederkehr der Reichspogromnacht und an die Deportation Pforzheimer Juden erinnert.

2000
Mit der Eröffnung der Pforzheim-Galerie erhöht sich die Zahl der Pforzheimer Museen auf elf.

{ImageL}2005
Mit der Wiedereröffnung des Industriehauses mit „Schmuckwelten“ am Leopoldplatz erhält die Traditionsindustrie und der Stadttourismus neue Impulse.

2006
Das deutlich vergrößerte Schmuckmuseum im Reuchlinhaus wird wiedereröffnet.

2007
Der Feier "50 Jahre Wiedereinweihung Schloßkirche" soll in 2008 der Anbau des "Reuchlinkollegs" als Dokumentationsstätte für den Humanisten folgen.