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Bei einer Podiumsdiskussion legte Baubürgermeister Alexander Uhlig die Überlegungen für eine qualitätvolle Innenstadt dar. Die Stadtverwaltung möchte in Zukunft das Thema verstärkt mit Architekten angehen.
Innenstadt Uhlig PZ-Forum
16.01.2008

Startschuss für die Innenstadt

Die Entwicklung der Innenstadt hat im Bewusstsein der Öffentlichkeit und im Rathaus an Dringlichkeit gewonnen. Die Verwaltung möchte mit der Architektenkammer Pflöcke für eine lebenswerte Stadt einschlagen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die örtliche Kammergruppe der Architektenkammer Baden-Württemberg eine Rahmenplanung für die Stadtentwicklung vorgelegt, die die vier Bereiche Bahntrasse, Stadtquartiere, Bahnhofumfeld und Stadtzentrum fokussiert. Jetzt legte Baubürgermeister Alexander Uhlig im gemeinderätlichen Planungs- und Umweltausschuss ergänzend eine Bestandaufnahme vor. Sie soll als planerische Grundlage dienen, um in den nächsten Jahren durch Sanierungen, Nachverdichtungen und durch die Verbindung von Flanierachsen eine lebenswertere Innenstadt zu entwickeln. „Wir werden es nur schaffen, wenn private Investoren mitziehen“, sagte Uhlig. Als Pforzheims Potenziale nannte Manfred Rudolph, Leiter des Amtes für Stadtplanung, Liegenschaften und Vermessung, die Flüsse und Ufer, die Halbhöhen- und Höhenwohnlagen in der Stadt.

Verkehr und Innenstadt

Als negativ erachtet er innerstädtische Brachen und schlecht genutzte Flächen. 13 Baulücken fallen in der Innenstadt auf. Er identifizierte 15 Plätze auf der Nord-Südachse, von der Schlössle Galerie über den Leopoldplatz bis zum Schmuckmuseum. Um Familien dazu zu bewegen, in der Stadt heimisch zu werden und zu bleiben, bedürfe es eines Gesamtkonzepts. Es müsse die Verkehrsentwicklung darauf abstimmen, wie die Innenstadt mittelfristig aussehen solle.

Kernstadt bis zum Sedanplatz

Dieter Müller, CDU-Stadtrat und Architekt, plädierte für das Zusammenwachsen von „Kernstadt und Sedanplatz“ sowie für einen Marktplatz, der bis zum Waisenhausplatz weitergeführt werde. Die Zerrennerstraße für den Durchgangsverkehr zu sperren, hatte auch die Architektenkammer vorgeschlagen. Rudolph nannte die belebte Verkehrsader einen Störfaktor. „Wir sehen es als Chance, diese Themen jetzt anzugehen.“ Mit Hilfe von Flächenmanagement will die Verwaltung den Stadtraum, wo es nötig ist, systematisch neu ordnen.

Gestern Abend fand zum Thema Innenstadtentwicklung ein PZ-Forum unter anderem mit dem städtischen Wirtschaftsförderer, dem Baubürgermeister, einem Architekten und einem Vertreter des Einzelhandel statt. Unter dem Titel „Ist die Innenstadt noch zu retten? diskutierte die Runde eine Zukunftsvision für die Stadt. Dabei ging es sowohl um die Attraktivität der Einkaufsstadt Pforzheim als auch um die Identifikation der Bürger mit ihrer Heimat.