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«Setzt Präsident Bannon ab!»: Trump-Gegner erlauben sich bei ihren Protesten einen sarkastischen Seitenhieb auf Steven B
«Setzt Präsident Bannon ab!»: Trump-Gegner erlauben sich bei ihren Protesten einen sarkastischen Seitenhieb auf Steven Bannon, den mächtigen Strippenzieher in der neuen US-Regierung. Foto: Allen Eyest
24.02.2017

Stephen Bannon, Trumps rechte Hand

Washington (dpa) - Stephen Bannon (63) wirkt gerne im Verborgenen, öffentliche Auftritte von Donald Trumps Chefstrategen sind selten. Einen Puppenspieler nennen ihn US-Medien, weil sein Einfluss auf Trump so groß ist.Die düstere Rede, die der Präsident nach seiner Amtseinführung hielt, soll ganz maßgeblich Bannons Handschrift tragen.

Bannon ist ein strammer Ideologe. Er wird als blitzgescheiter Mann ohne viele Skrupel beschrieben. Kritiker sagen, er solle Trump weiter ein rechtskonservatives Spektrum erschließen.

Mit der Webseite Breitbart News operierte Bannon seit Jahren offen nationalistisch und auch antisemitisch am rechten Rand. 2013 sagte er in einem Interview, er sei ein Leninist, weil Lenin den Staat zerstören wollte, und das auch sein Ziel sei.

Bannons Dokumentation «Generation Zero» gibt tiefen Einblick in sein Geschichtsverständnis und seine Gedankenwelt, sie erklärt, was hinter seinem Kampf gegen Eliten steckt, was Bannon alles umkrempeln will - zum Wohle Amerikas.

Bannon kam zu Trump, als der im vergangenen August sein Wahlkampfteam radikal umbaute. Er wurde Chef des gesamten Stabes. Seither lässt er die Arbeit bei Breitbart offiziell ruhen.

Breitbart News kämpfte über Jahre erbittert gegen die Clintons und ist sich für keine Verschwörungstheorie zu schade.

Bannon und Breitbart sind maßgeblich mitverantwortlich für das Erstarken der Tea Party, die die Republikaner vor einigen Jahren weiter nach rechts getrieben hat. Das «Bloomberg Magazine» schrieb, Bannon habe für die ultrakonservative Bewegung eine ähnliche Rolle gespielt wie Leni Riefenstahl für Adolf Hitler.

Vor einem Vierteljahrhundert arbeitete Bannon für Goldman Sachs und kam danach zu einigem Reichtum. Er hat irisch-katholische Wurzeln. Er sagt, die Politik des demokratischen US-Präsidenten Jimmy Carter habe ihn politisiert. Er ist ein tiefer Bewunderer Ronald Reagans.

Er schätzt ein betont hemdsärmeliges Auftreten: kurze Cargohose, Hemd über der Hose, Dreitagebart, das etwas länger getragene Haar lässig zurückgewuschelt.