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Rainer Brüderle, FDP-Spitzenkandidat, auf der Grünen Woche in Berlin.
Rainer Brüderle, FDP-Spitzenkandidat, auf der Grünen Woche in Berlin. © dpa
24.01.2013

"Stern"-Reporterin wirft Brüderle Aufdringlichkeit vor

Die „Stern“-Journalistin Laura Himmelreich soll laut Medienberichten dem FDP-Spitzenkandidaten Rainer Brüderle Sexismus und unangemessenes Verhalten gegenüber Frauen vorwerfen. In ihrem Porträt „Der Herrenwitz“, das in der aktuellen Ausgabe des „Stern“ zu lesen ist, erzählt sie von einer Situation beim Dreikönigstreffen im vergangenen Jahr, bei der Brüderle sich ihr gegenüber anzüglich geäußert haben soll.

So schreibt stern.de:

"Brüderles Blick", schreibt Laura Himmelreich, wandert auf meinen Busen. "Sie können ein Dirndl auch ausfüllen." Im Laufe unseres Gesprächs greift er nach meiner Hand und küsst sie. "Ich möchte, dass Sie meine Tanzkarte annehmen." "Herr Brüderle", sage ich, "Sie sind Politiker, ich bin Journalistin." "Politiker verfallen doch alle Journalistinnen", sagt er. Ich sage: "Ich finde es besser, wir halten das hier professionell." "Am Ende sind wir alle nur Menschen."

Und weiter geht es in dem Artikel:

Gegen ein Uhr nachts tippt ihm seine Sprecherin an die Schulter. Brüderle verabschiedet sich von den umstehenden Männern. Dann steuert er mit seinem Gesicht sehr nah auf mein Gesicht zu. Ich weiche einen Schritt zurück und halte meine Hände vor meinen Körper. Die Sprecherin eilt von hinten heran: "Herr Brüderle!", ruft sie streng. Sie führte ihn aus der Bar. Zu mir sagt sie:"Das tut mir leid." Zu ihm sagte sie: "Zeit fürs Bett."

Laura Himmelreich hat damit Frauenrechtlerinnen auf den Plan gerufen, die ihrem Bericht zustimmen und eine Welle der Empörung auslösen. Einige weiten Brüderles Verhalten auf die gesamte Politik aus, die generell ein sexistisches Verhalten an den Tag lege.

Einige stellen sich aber auch die berechtigte Frage, warum der „Stern“ erst jetzt darüber berichtet. Laut „Stern“-Chefredakteur Thomas Osterkorn bestätigten letzte Begegnungen die zurückliegenden Erlebnisse der Reporterin, weshalb die Berichterstattung legitim sei.