nach oben
© Symbolbild: dpa
11.07.2013

Stimmen im Kopf verleiten Mann zu Mord an Mithäftling

Kassel. Weil er einen Mithäftling in einem Kasseler Gefängnis getötet hat, wird ein 38-Jähriger dauerhaft in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Das Landgericht Kassel sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass der Mann den anderen Gefangenen (54) in der Nacht zum 16. September 2012 erwürgt hatte.

Er sei aber schuldunfähig. Der 38-Jährige habe wegen wahnhafter Halluzinationen Stimmen gehört, die ihm die Tat befohlen hätten, sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung.

Im Prozess hatten Verteidigung und Nebenklage dem Gefängnis schwere Fehler im Vorfeld der Tat vorgeworfen. Bei der Urteilsfindung sei das jedoch irrelevant gewesen, sagte der Richter. Nach dem Urteil verlor ein Sohn des Getöteten im Gerichtssaal die Nerven und wollte auf den 38-Jährigen losgehen. Ein Justizangestellter und ein Anwalt konnten das aber verhindern.