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09.03.2012

TV-Doku über Bud Spencer: Haudrauf als Kultfigur

Er gilt als der schlagkräftigste Italiener der Filmgeschichte: Bud Spencer, der korpulente Raufbold mit dem Vollbart und der unkonventionellen Kampfmethode, Bösewichter mit einem gezielten Hieb von oben auf den Kopf augenblicklich außer Gefecht zu setzen.

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Über viele Jahre begeisterte der 1929 als Carlo Pedersoli in Neapel geborene Schauspieler weltweit die Zuschauer, oft an der Seite seines kongenialen Partners Terence Hill, mit dem er in Actionkomödien wie „Vier Fäuste für ein Halleluja“ oder „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“ agierte. Gerade in Deutschland hatte das explosive Duo in den Siebzigern und Achtzigern viele Fans, später wurde es stiller um die beiden in die Jahre gekommenen Herren.

Bildergalerie: Bud Spencer signiert sein Buch bei Thalia - 3

Mit seiner Autobiografie feierte Bud Spencer aber hierzulande ein glanzvolles Comeback: Das Buch schaffte es im vergangenen Jahr auf Platz 1 der „Spiegel“-Bestsellerliste und löste einen neuen Kult um den Star aus – in Schwäbisch Gmünd wurde sogar ein Schwimmbad nach dem Filmstar benannt. Der Kultursender Arte widmet ihm im Rahmen seiner Reihe „Könige der B-Movies“ das sehenswerte TV-Porträt „Bud’s Best – Die Welt des Bud Spencer“, das am 17. März zu sehen ist.

Bildergalerie: Filmlegende Bud Spencer signiert sein Buch bei Thalia - 1

„Ich bin nicht Bud Spencer. In meinem wirklichen Leben gibt es kaum etwas von Bud Spencer“, sagt der frühere Filmstar in der liebevoll gemachten Dokumentation, die zuweilen mit einer an Comics angelehnten Bildsprache punktet und die vollbärtige Kultfigur aus den verschiedensten Blickwinkeln beleuchtet. Denn Carlo Pedersoli lässt sich beileibe nicht auf die Rolle des Haudraufs im Kino reduzieren, auf die das TV-Porträt mit schön ausgewählten Beispielen natürlich ausführlich eingeht – gezeigt werden herrliche Raufereien und witzige Szenen aus bekannten Bud-Spencer-Filmen.

Bildergalerie: Filmlegende Bud Spencer signiert sein Buch bei Thalia - 2

In seinem Heimatland Italien gilt der einstige Spitzenschwimmer und zweifache Olympiateilnehmer aber auch als Gallionsfigur des Schwimmsports und wird als Sportidol mindestens genauso verehrt wie als Filmstar. Sympathisch, dass der 82-Jährige mit dem lichten Haar und dem in Würde ergrauten Bart kein Aufhebens um seine einstigen Großtaten macht und sich selbstironisch als ewigen Dilettanten bezeichnet – sowieso scheint ihm der Kult um seine Person zwar angenehm, aber nicht allzu wichtig zu sein.

In der Dokumentation kommen neben Bud Spencer zahlreiche Vertraute und Verwandte des Schauspielers zu Wort, darunter seine Frau, seine Kinder und natürlich auch sein langjähriger Kollege und guter Freund Terence Hill, der in ihren gemeinsamen Filmen meist das gewitzte Schlitzohr spielte und auch darauf achtete, dass bei den Dreharbeiten alles im geplanten Rahmen blieb. Bud Spencer dagegen kam es beim Drehen wie im Leben hauptsächlich darauf an, jede Menge Spaß zu haben – und genau das merkt man den vergnüglichen Filmen mit dem lustigen Haudrauf auch an. Martin Weber