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25.01.2008

Teures Parkpflaster

„In Pforzheim ist das Parken teuer“ klagen immer wieder einheimische wie fremde Autofahrer. Und jetzt haben sie es schwarz auf weiß, dass dies tatsächlich auch zutrifft. Denn bei einem im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Köln vorgenommenen Gebühren-Vergleich in den 100 größten deutschen Städten belegt Pforzheim mit Rang 83 einen der hinteren Plätze.

 
Samstags in der
City parken von
9 bis 13 Uhr
Pforzheim
5,67 Euro
Ludwigsburg
4,00 Euro
Heilbronn
5,27 Euro
Heidelberg
5,33 Euro
Karlsruhe
5,33 Euro
Stuttgart
6,30 Euro
Freiburg
6,80 Euro

Für die Tops und Flops bei den Parkgebühren wurden die Kosten ermittelt, die entstehen, wenn mit einem Auto samstags zwischen 9 und 13 Uhr ein innenstadtnahes Parkhaus benutzt wird. Dabei wurde der Mittelwert aus den Gebühren von drei zentralen Parkhäusern zugrunde gelegt. In Pforzheim wurden 5,67 Euro errechnet. Es geht aber auch billiger wie die PZ ermittelt hat (siehe Artikel "Parken muss nicht teuer sein" ).

In ihrem Fazit stellt die INSM fest, dass die höchsten Parkgebühren in den Citylagen der großen Metropolen wie München (9,00 Euro), Hamburg (8,83) oder Köln (7,07 Euro) sowie in Städten mit einer hohen Einzelhandels-Zentralität entstehen. Zu diesen zählen Mainz (7,10 Euro) und Freiburg (6,80). Diese Städte werden vor allem am Wochenende von einer großen Zahl auswärtiger Besucher und Käufern frequentiert.

In Marl (Kreis Recklinghausen) ist das Parken in der Innenstadt kostenlos. Die 90 000 Einwohner zählende Kommune liegt somit an der Spitze des Gebührenvergleichs, gefolgt von Salzgitter und Witten mit jeweils zwei Euro für vier Stunden.

Pforzheimer, die mit dem Auto samstags nach Stuttgart oder Karlsruhe fahren, müssen mit 6,30 Euro beziehungsweise 5,33 Euro rechnen. Und letztlich ist dieser Vergleich maßgeblich für eine Bewertung der 5,67 Euro, die man in Pforzheim in der Parkhaus-Kasse im Durchschnitt einwerfen muss. Schließlich fahren wohl die wenigsten Pforzheimer an den Wochenenden zum Einkaufen nach Marl oder Salzgitter. Pforzheim liegt also im Vergleich der direkten Einkaufsstadt-Konkurrenz relativ gut - 34 Cent hinter Karlsruhe, aber 63 Cent vor Stuttgart. Dabei hätte die Goldstadt noch vor wenigen Jahren eine bessere Platzierung verdient gehabt. Von November 1999 an konnten Innenstadt-Besucher nämlich samstags auf öffentlichen Stellplätzen ihr Auto kostenlos parken.

2004 kippte der Gemeinderat mit der Verabschiedung des städtischen Haushalts von 2005 diesen Beschluss. Die Stadträte von FDP, Freien Wählern und Unabhängigen Bürgern, unterstützt vom CDU-Einzelkämpfer Klaus Gutscher hatten sich vergeblich für das Kostenlos-Modell stark gemacht.

Die Leser der "Pforzheimer Zeitung" hatten das Ende des Null-Cent-Parkens zum Jahreswechsel 2004/2005 in der PZ-Hitparade zum "Ärgernis des Jahres" gewählt. Geholfen hat es nichts, denn die Mehrheit des Gemeinderats wertete die jährlichen Parkgebühren-Einnahmen in Höhe von rund 180.000 Euro höher als den Marketing-Effekt des kundenfreundlichen Stellplatz-Angebots. So blieb denn auch ein erneuter Vorstoß der FDP-Gemeinderatsfraktion im Dezember 2006 ohne Folgen.