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Anders contra Nora - Fernduell eines Ex-Glamour-Paares.
Anders contra Nora - Fernduell eines Ex-Glamour-Paares © dpa
04.11.2011

Thomas Anders vs. Nora: Fernduell eines Ex-Glamour-Paares

Fernduell eines einstigen Glamour-Paares: Während Thomas Anders am Nachmittag eine Autogrammstunde in Dortmund hielt, errang seine Ex-Frau Nora am Freitagmittag einen juristischen Teilsieg am Landgericht Koblenz.

Die Richter gaben ihrem Antrag auf einstweilige Verfügung statt. Damit muss sich Anders mit bestimmten Aussagen zu seiner ehemaligen Ehefrau in seiner Autobiografie «100 Prozent Anders» zurückhalten, sonst droht ihm ein Ordnungsgeld von 100 000 Euro. Zu Ende sein dürfte der Streit aber noch längst nicht. Anders Anwälte kündigten bereits an, Rechtsmittel einzulegen.

Eigentlich hatte es in dem nüchternen Saal 136 des Koblenzer Landgerichts zu einem Wiedersehen der Ex-Eheleute Thomas Anders und Nora Balling kommen sollen. Das Gericht hatte für die Verhandlung die Anwesenheit der beiden angeordnet. Doch die Schaulustigen vor und in dem Gerichtsgebäude wurden enttäuscht. Während Nora mit ihren Anwälten erschien - sichtlich angespannt in einem dunkelblauen Rollkragenpullover -, war von Anders nichts zu sehen.

Und auch während der Verhandlung war von Glamour nichts zu spüren. Letztlich dauerte das Ganze nur rund eine halbe Stunde. «Wir sind von einigen Ausnahmen abgesehen der Auffassung, dass der Anspruch auf Unterlassung begründet ist», sagte Landgerichtspräsident Hans-Josef Graefen. Bei den Ausnahmen handelt es sich um Aussagen über die Eifersucht von Nora. Diese sei in den Medien bereits thematisiert worden. Ansonsten hatte Anders, der in den 1980er Jahren und um die Jahrtausendwende gemeinsam mit Dieter Bohlen als Duo Modern Talking Popgeschichte schrieb, seiner Ex-Frau in dem Buch unter anderem Verschwendungssucht vorgeworfen.

Während Nora, die 14 Jahre lang mit Anders verheiratet war, den Worten der Richter im Gerichtssaal zumeist regungslos lauschte, hatte der Sänger über seinen Anwalt mitteilen lassen, dass er zu dem Termin in Koblenz nicht kommen könne. Am Nachmittag war er indes bei einer Autogrammstunde in einer Dortmunder Buchhandlung und las Passagen aus seiner Autobiografie vor, allerdings nichts zum Thema Nora. Zum Prozess selbst äußerte er sich nicht. Ungeachtet dessen hatten seine Anwälte vor Prozessbeginn einen Befangenheitsantrag gegen sämtliche Kammermitglieder des Landgerichts eingereicht. Hierüber muss noch entschieden werden.

Was die Entscheidung aus Koblenz nun konkret bedeutet, ist nach Angaben des Gerichts offen. «Fragen zur praktischen Abwicklung können wir nicht klären», hieß es aus dem Landgericht. «Das war auch nicht Gegenstand dieses Rechtsstreits», sagte die stellvertretende Medienreferentin Ingrid Metzger. Wie die Parteien mit der einstweiligen Verfügung umgingen, bleibe abzuwarten. In jedem Fall ist die Entscheidung im juristischen Sinne wirksam, aber noch nicht rechtskräftig. Die Gegenseite könne Einspruch einlegen, erklärte Metzger.

Der Streit dürfte also in die Verlängerung gehen, das zeigten auch die Reaktionen beider Seiten. Der Anwalt von Anders, Christian Schertz, kündigte an, Rechtsmittel einzulegen. «Wir hatten bereits im Vorfeld per Schriftsatz die Richter wegen erkennbarer Befangenheit abgelehnt», ließ er mitteilen. Derweil bezeichnete Bernd Schneider, der Anwalt von Nora Balling, das Verhalten der Gegenseite als «respektlos». «Das Verhalten entspricht nicht der Harmonie seiner Gesänge», sagte er mit Blick auf Anders. Nora Balling verließ derweil wortlos das Landgericht.