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Wegen schwerer Unwetter mit Starkregen und Hagel hat der «Hurricane»-Veranstalter Festivalgäste gebeten, möglichst erst
Wegen schwerer Unwetter mit Starkregen und Hagel hat der «Hurricane»-Veranstalter Festivalgäste gebeten, möglichst erst am Freitag zu kommen. Foto: Philipp Schulze
22.06.2017

Tornado und Hagel im Norden - Bahn stellt Verkehr ein

Offenbach (dpa) - Explosive Mischung am Himmel: In Hamburg hat es einen Tornado gegeben. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtete, Meteorologen der Luftfahrtberatung hätten den typischen «Luftschlauch» um 11.37 Uhr etwa zehn Kilometer vom Flughafen entfernt gesichtet.Der DWD-Tornado-Beauftragte Andreas Friedrich sagte, es habe sich allerdings um einen schwachen und nur kurzlebigen Tornado von wenigen Minuten gehandelt. Der Sturm zudem nur kurz «Bodenkontakt» hatte - daher seien die Auswirkungen wohl nur gering. Die Feuerwehr Hamburg schrieb auf Twitter, man habe keine eigenen Erkenntnisse über einen solchen Wirbelsturm.

Wegen des heftigen Unwetters stellte die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben den Verkehr zwischen Hannover, Hamburg, Kiel und Bremen ein. Umgestürzte Bäume haben beinahe alle ICE-Strecken im Norden lahmgelegt, wie eine Bahnsprecherin in Berlin sagte. Die Strecken Hamburg-Berlin, Hamburg-Hannover, Bremen-Hannover und Hannover-Wolfsburg-Berlin seien derzeit unterbrochen. Wann die Strecken wieder befahrbar seien, lasse sich noch nicht absehen.

Das regionale Bahnunternehmen Metronom teilte mit, durch das starke Unwetter und dadurch umgestürzte Bäume seien Strecken kaum oder nur mit großen Einschränkungen zu befahren. Betroffen seien die Linien von Uelzen, Bremen und Cuxhaven nach Hamburg. Züge könnten gar nicht mehr oder nur mit großen Verspätungen fahren.

Das Unwetter führt auch zu Behinderungen auf den Autobahnen in Niedersachsen. Auf der A7 zwischen Hamburg und Hannover warnte die Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen vor Gefahr durch umgestürzte Bäume. Betroffen war der Abschnitt zwischen Evendorf und Bispingen. Ein umgestürzter Baum bremste auch den Verkehr auf der A1 zwischen Hamburg und Bremen aus. Zwischen Rade und Hollenstedt fiel ein Baum auf den Standstreifen.

Für den Norden und Osten Deutschlands müsse heute mit der Möglichkeit von vereinzelten Tornados gerechnet werden, sagte Friedrich. Die «sehr explosiven Voraussetzungen» für das in Deutschland seltene

Unwetterereignis lägen durchaus vor.

Wer die typischen Luftwirbel eines Tornados sichtet, sollte das Naturspektakel keineswegs am Fenster beobachten, warnte Friedrich. «Am besten ist es, in den Keller zu gehen und auf jeden Fall nicht vor Türen und Fenstern zu stehen», sagte er. Wer im Auto unterwegs sei, solle dort nicht sitzen bleiben: «Das Auto kann zur tödlichen Falle werden».

Unabhängig vom Tornado-Risiko warnte der DWD heute in weiten Teilen Norddeutschlands vor schweren Gewittern, orkanartigen Böen und Starkregen.

Der kalendarische Sommer beginnt am Tag der Sommersonnenwende - wenn also die Sonne über der Nordhalbkugel der Erde den höchsten Punkt auf ihrer scheinbaren Jahresbahn erreicht. 2017 war dies am 21. Juni um 06:24 Uhr MESZ der Fall.