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Siegfried Rauch alias Kapitän Jakob Paulsen 2009 an Deck der MS Deutschland. Foto: Jens Ressing
Siegfried Rauch alias Kapitän Jakob Paulsen 2009 an Deck der MS Deutschland. Foto: Jens Ressing
12.03.2018

«Traumschiff»-Star Siegfried Rauch gestorben

München (dpa) - Der Schauspieler Siegfried Rauch («Das Traumschiff») ist im Alter von 85 Jahren bei einem Treppensturz gestorben. Er sei am Sonntag in seinem Wohnort Obersöchering südlich von München tödlich verunglückt, teilte das Management mit. «Er starb noch an der Unfallstelle.»Um die genaue Todesursache herauszufinden, werde der Leichnam obduziert. Der Schauspieler hatte am Abend die Feuerwehr in seinem Heimatort besucht, wie Bürgermeister Rainald Huber sagte. Als er die Wache verließ, sei er gestürzt.

Rauch war in der Rolle des «Traumschiff»-Kapitäns Jakob Paulsen bekanntgeworden. Der schauspielerische Durchbruch gelang ihm bereits Anfang der 1970er Jahre - mit dem Klassiker «Le Mans». Von 1999 war Rauch dann für 14 Jahre das Gesicht des «Traumschiffs». Bis ins hohe Alter stand er noch als Dr. Roman Melchinger in der ZDF-Serie «Der Bergdoktor» vor der Kamera.

Schauspielerin Heide Keller (78), langjährige Chefhostess Beatrice auf dem «Traumschiff», will die Zeit mit ihrem Kollegen Siegfried Rauch in bester Erinnerung behalten, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Köln. «Er war ein Kapitän, bei dem jeder Passagier, der Angst vor Wind und Wellen hat, sagt: Bei dem Mann gehe ich an Bord. Der weiß, was er zu tun hat.» Rauch habe dem «Traumschiff» Glanz und Quote verliehen. Bis zuletzt habe sie mit Rauch immer wieder telefoniert, sagte Keller. Die Nachricht von seinem Tod habe sie «umgehauen».

Auch Rauchs Kollegen aus dem «Bergdoktor» trauern. Hauptdarsteller Hans Sigl (48) sagte laut Produktionsgesellschaft ndF: «Siegfried war mir ein Freund, ein Vorbild, ein wunderbarer Kollege.» Rauch habe bei allem Erfolg nie den Blick für das Wesentliche verloren. «Er war aufrichtig und herzlich, lustig und liebevoll. Siegfried wird mir sehr fehlen.» Zurzeit läuft die elfte Staffel des Quotenhits. Im Juni sollen die Dreharbeiten für die zwölfte Staffel beginnen. Wie es ohne Rauch weitergeht, sei noch völlig unklar, sagte eine ndF-Sprecherin.

Erst 2015 erfüllte sich Rauch «einen Lebenstraum» und veröffentlichte die CD «Moonlight & Lovesongs». «Früher spielten Männer abends vorm Schlafzimmerfenster ihrer Angebeteten auf der Gitarre. Heute sind nur noch Italiener wahre Romantiker», sagte er dazu in einem Interview. Mehr als 30 Jahre zuvor hatte er schon mal eine Platte herausgebracht.

Der vom Ammersee stammende Rauch blieb dem Wasser auch nach seinem Abschied vom «Traumschiff» treu: Das Segeln wurde seine liebste Freizeitbeschäftigung, wie er in einem Interview erzählte. «Ich bin jetzt Kapitän auf meinem eigenen Segelboot.» Auch bei den Dreharbeiten habe er von seiner Seetauglichkeit profitiert. «Je mehr es auf dem Wasser wackelt und schaukelt, umso wohler fühle ich mich», erzählte er 2015.

Rauch war seit 1964 mit seiner Frau Karin verheiratet und hatte mit ihr zwei Söhne. Seit mehr als 40 Jahren lebte er in Obersöchering.

Schauspielerin Heide Keller (78), langjährige Chefhostess Beatrice auf dem «Traumschiff», behält die Zeit mit ihrem Kollegen Siegfried Rauch nach dessen Tod in bester Erinnerung. «Er war ein Kapitän, bei dem jeder Passagier, der Angst vor Wind und Wellen hat, sagt: Bei dem Mann gehe ich an Bord. Der weiß, was er zu tun hat», sagt Keller. «Er hat dem "Traumschiff" Glanz und Quote verliehen.» Die Nachricht von seinem Tod habe sie «umgehauen».

Bis zuletzt habe sie mit Rauch immer wieder telefoniert, sagte Keller, die bis Anfang 2018 als Chefhostess auf dem «Traumschiff» wirkte. «Wir haben auch noch gesponnen, was wir denn mal miteinander wieder spielen können», sagte sie. Mit Rauch habe sie beim Dreh immer viel gelacht - es sei ihre schönste «Traumschiff»-Zeit gewesen. «Manchmal mussten wir vom Regisseur zur Ordnung gerufen werden, dass wir uns bitte konzentrieren sollen. Aber: Wir waren immer konzentriert», sagte Keller. «Der Siggi war ein richtiger Profi.» Gern würde sie ihm auch noch einen letzten Gruß zurufen: «Schade, dass du mich nicht mehr auf die Schippe nehmen kannst. Und dass wir nicht mehr miteinander lachen können.»