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Ex und hopp: Das neue, auf Facebook kursierende Trinkspiel "Neknominate" ist auf dem Weg, ein weltweites Massenphänomen zu werden. Es gab, wie so oft, wenn Alkohol im Spiel ist, auch schon Todesopfer.
Ex und hopp: Das neue, auf Facebook kursierende Trinkspiel "Neknominate" ist auf dem Weg, ein weltweites Massenphänomen zu werden. Es gab, wie so oft, wenn Alkohol im Spiel ist, auch schon Todesopfer. © Symbolbild: dpa
06.02.2014

Trend auf Facebook: Trinkspiel Neknominate fordert Todesopfer

Wer die Status-Infos von Freunden auf Facebook anschaut, findet in diesen Tagen mitunter seltsame Videos, in denen vor allem junge Zeitgenossen eine Flasche Bier in einem Zug leer trinken und dann einen Bekannten auffordern, das nachzumachen. Beim neuen Trend-Trinkspiel „Neknominate“ kann aus „ex und hopp“ aber schnell „Exitus“ werden. Zwei junge Iren bezahlten den vermeintlichen Facebook-Spaß jüngst mit ihrem Leben.

„Neknominate“ ist eine Art Schneeballsystem, das das gigantische Freundes-Netzwerk Facebook nutzt. War das Phänomen „Harlem Shake“ mit seinen irrwitzigen Tanzbewegungen noch ein im Grunde harmloses Social-Media-Boom mit großem Humor-Potenzial, so ist der neue Massenmitmach-Hype nun um die gefährliche Komponente Alkohol auf ein anderes, fragwürdiges Level gehoben worden. Vergangene Woche wurde ein junger Ire tot aufgefunden – er hatte Hochprozentiges getrunken. Etwa zur gleichen Zeit war ein Ire nach dem Ex-und-Hopp-Akt vor laufender Kamera in einen Fluss gesprungen und ertrunken.

Das Prinzip ist schnell erklärt: Ein Facebook-Mitglied stellt sich per Videobotschaft selbst vor oder wird vorgestellt, nachdem er von einem Freund nominiert wurde, ein Glas oder eine Flasche Bier in einem Zug zu leeren. Daraufhin nominiert er wiederum weitere Freunde, die dasselbe Spiel innerhalb von 24 Stunden machen und das Sturztrinken per Video online dokumentieren müssen. Die Australier sollen mit einem Video den Startschuss für „Neknominate“ gegeben, inzwischen ist das Videobesäufnis nach Deutschland geschwappt.

Das Video auf PZ-news zeigt, dass es beim Austrinken nicht bleibt. So wie der junge Ire nach dem Sprung in einen Fluss starb, so hat sich ein Skateboarder dabei gefilmt, wie er während der Fahrt eine Dose leert und danach auf abschüssiger Straße bewusst in den Gegenverkehr fährt, um das Video möglichst spektakulär erscheinen zu lassen. So dürfte es auch bald in Deutschland nicht mehr nur beim Ex-und-hopp bleiben. Waghalsige Aktionen werden den Alkoholkonsum begleiten - und die Videokamera macht den Wahnsinn für ein breites Online-Publikum zugänglich.

Ein „Neknominate“-Video aus Südafrika beweist, dass das Prinzip des Trinkspiels auch sinnvoller umgesetzt werden kann. Brent Lindeque erzählt während der Fahrt in seinem Auto von den Problemen Südafrikas. Das Video endet damit, dass er einem Obdachlosen Essen und Trinken aus seinem Auto reicht, mit der Aufforderung an zwei seiner Freunde, demnächst dasselbe zu tun.