nach oben
US-Präsident Donald Trump zusmamen mit Palästinenserpräsident Abbas in Bethlehem. Foto: Evan Vucci
US-Präsident Donald Trump zusmamen mit Palästinenserpräsident Abbas in Bethlehem. Foto: Evan Vucci
23.05.2017

Trump: Lösung im Nahost-Konflikt kann Region befrieden

Bethlehem/Jerusalem (dpa) - US-Präsident Donald Trump sieht eine Lösung im Konflikt zwischen Israel und Palästinensern als Wegbereiter für Frieden in der ganzen Region. «Ich werde alles tun, um einen Friedensvertrag zu erreichen», sagte Trump in Bethlehem.Sowohl Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hätten versprochen, das Mögliche zu tun. Er sei zuversichtlich,

dass die USA Palästinensern und Israel helfen könnten, zum Frieden zu finden.

Trump befindet sich aktuell auf seiner ersten Auslandreise und schließt heute seinen Besuch in Israel und den Palästinensergebieten ab. Am Nachmittag will er weiter nach Italien reisen.

Der US-Präsident erinnerte bei einem Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem an sechs Millionen Juden, die von den Nazis ermordet wurden. Der Holocaust sei «die dunkelste Stunde der Geschichte» und das «grausamste Verbrechen gegen Gott und seine Kinder», sagte er in Jerusalem. «Solange wir im Angesicht des Bösen nicht schweigen, (...) und der Barbarei nicht untätig zuschauen, wissen wir, dass Güte, Wahrheit und Frieden die Oberhand behalten werden.»

In Israel war kritisiert worden, dass ursprünglich für Trumps Besuch in Yad Vashem nur 15 Minuten eingeplant waren. Letztlich dauerte die Visite etwa eine halbe Stunde. Trump war außerdem im Januar kritisiert worden, weil er am internationalen Holocaust-Gedenktag in einer Stellungnahme die Juden unerwähnt ließ.

Abbas forderte in Bethlehem erneut einen unabhängigen Staat Palästina neben Israel - in den Grenzen vor 1967 und mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. «Unser grundsätzliches Problem sind die Besatzung und die Siedlungen sowie die Weigerung Israels, den Staat Palästina anzuerkennen, so wie wir Israel anerkennen», sagte Abbas. «Das Problem besteht nicht zwischen uns und dem Judentum.»

Seit mehr als einem Monat befinden sich rund 1000 Palästinenser in israelischen Gefängnissen im Hungerstreik. Sie fordern bessere Haftbedingungen. Laut Medienberichten wollte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas einen Brief der Familien der Häftlinge an Trump übergeben.

Abbas verwies darauf, dass Mütter von Gefangenen vor dem Ort des Treffens eine Mahnwache abhielten. Ein Komitee zur Unterstützung der Häftlinge hatte für diesen Dienstag zu einem «Tag des Zorns» mit gewaltsamen Protesten aufgerufen.

Der Besuch Trumps in Bethlehem stieß in Israel auf Missfallen. Trump ist in seinem Bemühen um einen neuen Anlauf für Frieden in Nahost daran gelegen, während seines kurzen Besuchs mit beiden Seiten zu reden.

Eine Rede im Israel-Museum sollte den Besuch abschließen. Es wird erwartet, dass er sich zu Grundzügen einer Friedensregelung äußert. Trump wird gegen 18.00 Uhr in Rom erwartet. Er betritt dort erstmals europäischen Boden. Vor Israel hatte er die saudi-arabische Hauptstadt Riad besucht.

Trump wird begleitet von einer großen Delegation sowie seiner Tochter Ivanka und deren Mann Jared Kushner. Der US-Präsident hat allerdings auch seine

Skandale aus der Heimat auf der Reise mit vielen komplizierten Stationen als schweren Ballast im Gepäck.