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Donald Trump nach seinem Wahlsieg. Foto: Shawn Thew
Donald Trump nach seinem Wahlsieg. Foto: Shawn Thew
23.11.2016

Trump distanziert sich von rechten Bewegungen

New York (dpa) - Der designierte US-Präsident Donald Trump bestreitet, rechte Gruppierungen in den USA zu unterstützen. «Ich gebe ihnen keinen Auftrieb, und ich will mit ihnen nichts zu tun haben», sagte Trump der «New York Times». Sein Land sei zutiefst gespalten. Er wolle es einen.

New York (dpa) - Der designierte US-Präsident Donald Trump bestreitet, rechte Gruppierungen in den USA zu unterstützen. «Ich gebe ihnen keinen Auftrieb, und ich will mit ihnen nichts zu tun haben», sagte Trump der «New York Times». Sein Land sei zutiefst gespalten. Er wolle es einen.

Trump verteidigte in dem

Interview auch seinen künftigen Strategiechef im Weißen Haus, Stephen Bannon, gegen den Vorwurf, dieser sei ein Rassist. «Wenn er Rassist oder ein Rechter oder was auch immer in dieser Richtung wäre, würde ich überhaupt nicht darüber nachdenken, ihn zu beschäftigen.» Bannon steht wegen nationalistischer Verlautbarungen der Seite Breitbart News, deren Chef er war, in der Kritik. Für Trump ist Breitbart aber «im Grunde nur eine Zeitung», sagte er. «Sie behandelt rechte Themen, aber sie behandelt auch linke Themen.»

Nach einer Konferenz von Neonazis am Wochenende in Washington gefragt, sagte Trump, er verdamme das und wolle nichts damit zu tun haben. Bei dem Treffen hatten Anwesende den Hitlergruß gezeigt und «Heil Trump» gerufen, wie Videoaufzeichnungen belegen.

Der Präsident der Bürgerrechtsorganisation «Southern Poverty Law Center», Richard Cohen, sagte am Dienstag, Trump könne nicht so tun, «als habe er keine Ahnung, wieso seine Wahl eine neue Verkörperung weißer Nationalisten hervorgebracht hat, die sogenannte

Alt-Right-Bewegung.» Die Gründe dafür seien offensichtlich. «Er hat von Beginn an ihren Ton getroffen, als er seine Kandidatur bekannt gab und mexikanische Einwanderer Vergewaltiger nannte.»

Auf die Frage nach der Zukunft der Republikaner als einer Partei, die in vielen Dingen nicht mit dem zukünftigen Präsidenten übereinstimme, sagte Trump: «Für mich ist es wichtiger, mich um die Menschen zu kümmern, die Donald Trump erwiesenermaßen lieben, und nicht um das Politikervolk.» Die «vergessenen Menschen», wie er sie nenne, «sind klug, sie sind Arbeiter, und sie sind wütend.»

Einen Konflikt zwischen seinen politischen und Geschäftsinteressen sieht Trump dem Interview zufolge nicht. «Das Gesetz ist vollständig auf meiner Seite», so Trump. «Theoretisch könnte ich meine Geschäfte perfekt führen und auch das Land perfekt führen.» Trotzdem wolle er versuchen, «etwas zu formalisieren», um die beiden Bereiche voneinander zu trennen.

Auch die Vermutung von Präsident Barack Obama, dass der Republikaner mehr Orientierung im Weißen Haus brauche als gedacht, milderte Trump ab. «Ich denke, er wollte sagen, dass es (die Präsidentschaft) eine überwältigende Aufgabe ist. Aber ich fühle mich von ihr nicht überwältigt.»

Außenpolitisch will Trump die USA zurücknehmen. «Ich denke nicht, dass wir Staaten aufbauen sollten.» Im Irak hätten die USA das bereits mit wenig Erfolg versucht. «Der Einmarsch in den Irak war einer der größten Fehler in der Geschichte unseres Landes. (...) Wir haben uns falsch zurückgezogen, und dann sind viele schlimme Dinge passiert, einschließlich der Gründung von ISIS.»

Jetzt müsse das Syrien-Problem gelöst werden, «sonst werden wir einfach ohne Ende immer weiter kämpfen.» Dazu sei auch ein

gutes Verhältnis zu Russland und Präsident Wladimir Putin wichtig, sagte Trump. «Es ist eine großartige Sache, dass wir nicht nur mit Russland, sondern auch mit anderen Ländern gut auskommen können.»

Trump rudert zurück - hat der Wolf Kreide gefressen?

Moskau setzt auf Trump für bessere Beziehungen

Zitate aus dem «New York Times»-Interview mit Donald Trump

Radikal und ultrarechts: Die «Alt Right»-Bewegung in den USA

Donald Trump hat in einer Videobotschaft fünf erste Maßnahmen als US-Präsident im kommenden Jahr angekündigt:

- Trump will per Erlass das bereits unterzeichnete transpazifische Handelsabkommen TPP mit asiatischen, pazifischen und lateinamerikanischen Staaten stoppen.

- Trump will Umweltschutzbestimmungen und andere Regeln streichen, die die Ausbeutung heimischer Energiereserven behindern. Dabei gehe es auch um das Fracking-Verfahren zur Gewinnung von Schieferöl und um die Nutzung der Kohle. Damit würden «viele Millionen hoch bezahlter Arbeitsplätze» geschaffen.

- Trump will die Geheimdienste anweisen, der Bekämpfung von Cyberattacken und anderer Angriffe auf wichtige US-Infrastruktur Priorität einzuräumen.

- Trump will das Arbeitsministerium anweisen, Visa-Missbrauch zu bekämpfen, um gegen die illegale Beschäftigung von Ausländern vorzugehen, die amerikanische Beschäftigte benachteiligten.

- Trump will, dass Mitarbeiter der öffentlichen Hand nach ihrem Ausscheiden aus dem Dienst fünf Jahre lang nicht als Lobbyisten tätig werden dürfen. Lobbyarbeit für ausländische Regierungen soll früheren öffentlichen Angestellten lebenslang verboten werden.