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Schnapsbrenner © dpa
15.09.2012

Tschechien verbietet Verkauf von hochprozentigen Alkoholika

Nach mehreren Todesfällen sind in Tschechien Schnaps, Wodka und Rum über Nacht aus den Geschäften verschwunden. Das am Freitagabend verhängte generelle Verkaufsverbot für hochprozentigen Alkohol wird bis auf wenige Ausnahmen eingehalten, bestätigte die Polizei am Samstag. Hintergrund des Verbots ist der Tod von mindestens 19 Menschen durch gepanschten Alkohol, der mit dem hochgiftigen Methanol versetzt war.

«Ich will nicht sagen, dass es Panik auslösen soll, aber es soll wie ein Schlag wirken», sagte Gesundheitsminister Leos Heger der Zeitung «MF Dnes» (Samstag) über das Verbot. Wer in Tschechien Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 20 Volumenprozent zum Verkauf anbietet, dem droht nun eine Geldbuße von umgerechnet bis zu 123 000 Euro oder sogar eine Haftstrafe von bis zu 10 Jahren.

Kliniken in Südmähren und Mährisch-Schlesien meldeten am Samstag drei neue Vergiftungsfälle, darunter einen schweren. Wenige Milliliter Methanol reichen für eine Vergiftung mit Übelkeit und Sehstörungen bis hin zu Erblindung oder Tod.