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Nach dem wiederholten Gewaltexzess in einer Berliner U-Bahn-Station hat die Gewerkschaft GdP mehr Polizeipräsenz in Großstädten gefordert.
Gewerkschaft fordert mehr Polizeipräsenz © dpa
26.04.2011

U-Bahn-Gewaltexzess: Gewerkschaft fordert mehr Polizeipräsenz

BERLIN. Nach dem wiederholten Gewaltexzess in einer Berliner U-Bahn-Station hat die Gewerkschaft GdP mehr Polizeipräsenz in Großstädten gefordert. Jugendliche Täter betrachteten den öffentlichen Raum als rechtsfreien Raum, in dem es kaum noch jemanden gebe, der sie zur Ordnung rufe, sagte der Chef der Gewerkschaft der Polizei, Bernhard Witthaut, am Dienstag in Berlin. Er kritisierte, Verstöße gegen Recht und Gesetz würden nur lapidar geahndet. Witthaut sprach sich insbesondere für mehr Sicherheitspersonal in U- und S-Bahnen aus.

In der Nacht zum Ostersamstag hatte ein 18-jähriger Schüler im U-Bahnhof Friedrichstraße einen 29-Jährigen mit mehreren Tritten gegen den Kopf so schwer verletzt, dass dieser das Bewusstsein verlor. Gegen den Täter wurde am Sonntag Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen. Gegen Auflagen erhielt er aber Haftverschonung bis zum Prozess. Witthaut sagte, angesichts dieses Vorgehens lasse sich der Eindruck schwer ausräumen, dass manche sich über die Zukunft des Täters mehr Gedanken machten als über das weitere Schicksal des Opfers.