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Der republikanische US-Präsidentenbewerber Mitt Romney will nach Medienberichten den streng konservativen Kongressabgeordneten Paul Ryan zu seinem Vizekandidaten ernennen.
Der republikanische US-Präsidentenbewerber Mitt Romney will nach Medienberichten den streng konservativen Kongressabgeordneten Paul Ryan zu seinem Vizekandidaten ernennen. © dpa
11.08.2012

US-Präsidentschaftswahlen: Konservativer Finanzpolitiker soll Romneys Vize werden

Washington (dpa) - Der republikanische US-Präsidentenbewerber Mitt Romney will nach Medienberichten den streng konservativen Kongressabgeordneten Paul Ryan zu seinem Vizekandidaten ernennen. Das berichteten der Fernsehsender NBC sowie die «New York Times» in der Nacht zum Samstag. Demnach gibt Romney sein Votum am Samstag (9.00 Ortszeit/15.00 Uhr MESZ) in Norfolk (Bundesstaat Virginia) bekannt.

Der 42 Jahre alte Ryan gilt als neuer Politstar unter den Republikanern. Er sitzt seit 1999 für den Bundesstaat Wisconsin im US-Repräsentantenhaus. Der Vorsitzende des einflussreichen Haushaltsausschusses ist ein Hoffnungsträger der streng konservativen Parteibasis. Ryan befürwortet strikte Haushaltsdisziplin sowie radikale Kürzungen und Reformen in Sozialprogrammen.

Mit der Wahl Ryans als «Running Mate» wird Romney aus Sicht von US-Kommentatoren den Wahlkampf für die Präsidentenwahl am 6. November weiter polarisieren. Romney und Ryan wollen sich den Wählern als klare Alternative zu US-Präsident Barack Obama und dessen Vize Joe Biden empfehlen. Darüber hinaus hofft Romney, dass er mit Hilfe Ryans die Wahl im Bundesstaat Wisconsin gewinnt. Dort lag die Demokratische Partei von Obama vor vier Jahren mit großem Vorsprung vorn.

Romney will den Namen seines Vizes an Bord des US-Kriegsschiffes «USS Wisconsin» aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs bekanntgeben. Unmittelbar danach beginnt der Ex-Gouverneur eine Wahlkampftour per Bus durch vier Bundesstaaten. North Carolina, Virginia, Florida und Ohio sind von Demokraten wie Republikanern heiß umkämpft. Diesen Staaten kommt deshalb eine Schlüsselrolle bei der Präsidentenwahl am 6. November zu.

In den vergangenen Tagen hatte es in den USA immer wieder Spekulationen um die Personalie gegeben. Neben Paul Ryan wurden unter anderem gehandelt: der frühere Gouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty, Senator Rob Portman aus Ohio und der Gouverneur von Virginia Bob McDonnell. Auch die Namen von Senator Marco Rubio aus Florida und dem Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, wurden als mögliche Kandidaten ins Spiel gebracht.

Romney habe Freitagabend mit anderen Kandidaten telefoniert, aber ihnen nicht gesagt, für wen er sich entschieden habe, berichtete die «New York Times» unter Berufung auf einen führenden Mitarbeiter der Republikaner.