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Die Angeklagten Patrick E. (l-r), Lukas R., Steffen S., Marco C., Johannes B., Stefan G., Maximilian G. und Markus N. sitzen am 10.08.2017 im Gerichtssaal des Landgericht München II in München (Bayern) vor Prozessbeginn an ihrem Platz.
Die Angeklagten Patrick E. (l-r), Lukas R., Steffen S., Marco C., Johannes B., Stefan G., Maximilian G. und Markus N. sitzen am 10.08.2017 im Gerichtssaal des Landgericht München II in München (Bayern) vor Prozessbeginn an ihrem Platz. © dpa
10.08.2017

Überfall auf Döner-Laden: Drei Täter zu Gefängnisstrafen verurteilt

München (dpa) - Wegen eines ausländerfeindlichen Überfalls auf einen Döner-Laden am Bahnhof Ebersberg bei München sind drei der Angeklagten zu Haftstrafen verurteilt worden.

Drei weitere bekamen am Donnerstag vor dem Landgericht München II Bewährungsstrafen, zwei erhielten Geldstrafen. Die Gruppe hatte am 25. September 2015 mit Baseballschläger, Gardinenstange und Schlosserhammer bewaffnet den Imbiss gestürmt. Dabei verletzten sie zwei Afghanen und zertrümmerten mehrere Scheiben. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Die beiden Haupttäter im Alter von 36 und 28 Jahren erhielten wegen der Bildung bewaffneter Gruppen, gefährlicher Körperverletzung, Volksverhetzung, Bedrohung und Sachbeschädigung Gefängnisstrafen von vier Jahren und drei Monaten beziehungsweise zwei Jahren und vier Monaten. Ein neunfach vorbestrafter 28-Jähriger, der bereits in anderer Sache in Haft ist, muss demnach weitere 14 Monate sitzen.

Die Vorsitzende Richterin sagte, die Männer seien keine rechtsradikalen Gesinnungstäter, sondern hätten hirnlos ausländerfeindlich gepöbelt und gehandelt. «Das ist das Schlimmste. Das ist der Mob in unserer Gesellschaft.» Der Staatsanwalt war von einer rechtsradikalen Gesinnung der Männer ausgegangen, die Angeklagten selbst hatten das bestritten.

Die beiden Haupttäter hatten nach einem Oktoberfestbesuch in der S-Bahn Richtung Ebersberg gegen Schwarzafrikaner gepöbelt und versucht, einen dunkelhäutigen Mann zu attackieren. Am Bahnhof schlugen sie einem Mann mit ausländischen Wurzeln auf den Kopf. Zu Hause dann erzählten sie Freunden, sie seien von Ausländern angegriffen worden und wollten Rache üben. Zu acht bewaffneten sie sich und zogen zu dem Imbiss, den vier der Männer stürmten, während die anderen draußen warteten.