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10.01.2008

Umgeben von guten Freunden

Warum Partnerstädte? Wer profitiert davon? Für pz-news erklärt Pforzheims Oberbürgermeisterin Christel Augenstein, wie wichtig es ist, dass die Goldstadt enge Verbindungen zu anderen Städten in verschiedenen Ländern hat.

Von Christel Augenstein
Oberbürgermeisterin der Stadt Pforzheim


{ImageR}„Die Einheit Europas war ein Traum weniger. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für alle.“ Mit diesen Worten hatte Konrad Adenauer einst die Bedeutung Europas für die hier lebenden Menschen skizziert, wohl wissend, dass Europa mehr ist als nur ein Wirtschaftsraum. Basierend auf gemeinsamen historischen Wurzeln hat sich Europa trotz aller Unterschiede und eigenen Prägungen in den einzelnen Nationen und Kulturen als großer Friedensraum bewährt.

Das darf durchaus auch als ein Verdienst der Städtepartnerschaften gelten. Die internationalen Verbindungen, die Pforzheim zum Teil schon seit vielen Jahren auf persönlicher wie offizieller Ebene, auf kultureller wie sportlicher Ebene pflegt, sind ein Symbol für Verständigung und Frieden in Europa. Der regelmäßige Austausch, gleich ob es sich um Schulklassen, Sportvereine oder Künstlergruppen handelt, bringt Menschen auf direkte und nachhaltig Brücken bauende Art zusammen und bietet Möglichkeiten, andere Kulturen, Anschauungen und Lebensweisen aus erster Hand kennen zu lernen. Die Städtepartnerschaften, die Pforzheim seit 1989 unterzeichnet hat – begonnen hatte es damals mit Gernika in Spanien und Saint-Maur-des-Fossés in Frankreich, gefolgt Vicenza/Italien, Tschenstochau/Polen, Irkutsk/Russland und Nevsehir/Türkei, das koratische Osijek wird noch in diesem Jahr folgen – sind ein für viele Bürger erlebbares Zeichen der Toleranz und Akzeptanz.

{ImageL}Diese internationalen Beziehungen auf zwischenmenschlicher, lokaler Ebene gründen in dem Gefühl europäischer Verbundenheit und der Verantwortung für die Friedensarbeit im Alltäglichen. Das spiegelt sich auch in den vielen internationalen Gesellschaften, die in Pforzheim den Gedanken des Austauschs und der Kooperation vorantragen. Letztlich ergibt sich die Bedeutung einer Städtepartnerschaft für Pforzheim durch die Zahl und die Intensität der Austauschaktivitäten, und hier ist jeder Bürger aufgefordert, sich einzubringen und dabei selbst von den vielfältigen Begegnungen zu profitieren.

Die Schwierigkeiten auf dem Weg zu einer gemeinsamen europäischen Verfassung haben uns jüngst wieder vor Augen geführt, wie wichtig es ist, dass zwischen den EU-Mitgliedsstaaten und insbesondere auch zu den neuen Mitgliedsstaaten Osteuropas intensive Beziehungen geknüpft werden. Denn ein geeintes Europa ist mehr als ein rein politisches Gebilde. Nur wenn immer wieder aufs Neue die historischen Gemeinsamkeiten, das gemeinsame kulturelle Erbe und die vielfältigen ökonomischen Verflechtungen betont werden, kann der Traum eines geeinten, friedlichen und auf dauerhaftem Wohlstand gegründeten Europas Realität werden.

Gerade Wissen und Verständnis für die Ziele und Belange der Europäischen Union sind vor allem auch für die junge Generation unabdingbare Voraussetzungen, um die Chancen, die Europa bietet, uneingeschränkt zu nutzen und ausschöpfen zu können. Damit wird es auch der Jugend erleichtert, sich in einem vereinten Europa und einem globalisierten und immer heterogener werdenden Arbeitsmarkt zurechtzufinden und zu bewähren. Der Wille zu einem geeinten Europa muss von Generation zu Generation immer wieder neu bekräftigt und vorangetrieben werden. Pforzheim trägt mit seinen Städtepartnerschaften seit Jahren erfolgreich dazu bei.