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28.03.2008

Und er läuft und läuft und läuft

Nun ist der Count-Down fast vorbei. Am 31. März startet ein junger Mann mit seinem aufreibenden Marsch unter dem Motto: All for the kids! Das heißt: Alles für die Kinder!

Bis vor etwa zehn Jahren war ich noch ein Technik-Muffel, aber heute bin ich froh über die Möglichkeiten der modernen Medien. Sonst könnte ich nicht so intensiven Anteil am Leben meines „Mittelkindes“ nehmen, das bereits seit einigen Jahren im Ausland lebt und arbeitet. Fast täglich tauschen wir E-Mails mit diversen Anhängen aus und skypen etwa zweimal pro Woche.

Das minimiert die Ängste um meine Tochter und hält mich immer auf dem Laufenden, was ihre eigentliche Arbeit, aber auch ihr „Hobby“, beziehungsweise ihr Herzensanliegen betrifft, dem sie ihre gesamte Freizeit widmet: der Aufbau eines funktionierenden Waisenhauses.

So konnte ich mitverfolgen, wie in den letzten knapp zwei Jahren aus einer Hütte mit nicht einmal einer Handvoll freiwilliger einheimischer Erwachsener, die sich liebevoll, aber provisorisch um die Aids- und Malaria-Waisenkinder kümmerten, inzwischen ein „richtiges“ Waisenhaus für rund 300 Kinder entstand. Dies unter Einbeziehung der umliegenden Dörfer und von der malawischen Regierung nicht nur offiziell registriert, sondern sogar für sein Konzept der Hilfe zur Selbsthilfe als beste neu gegründete kleine NGO (non-governmental organisation) mit einem Preis ausgezeichnet, der aus zwei Fahrrädern bestand.

Trotz unzähliger Widrigkeiten war diese Entwicklung nur möglich durch das Gewinnen von Menschen, die neben ihren Berufen zu diesem selbstlosen Engagement bereit sind, und durch die Hingabe, mit der die jungen Leute aus dem Ausland, die dort einige Zeit lang als „Volunteers“, also als Freiwillige, mit arbeiteten.

Einer von ihnen war Bradley Cohen, ein junger Lehrer aus England. Er, der es als seinen Seins-Auftrag ansieht, den armen Kindern dieser Welt zu helfen, wollte wieder einmal zusätzlich zur direkten praktischen Hilfe für sie etwas Spektakuläres tun, um auf sie aufmerksam zu machen und dadurch für Mithilfe zu werben. So hat er sich entschlossen, für zwei Waisenhäuser, die er kennt (eines in Israel und auch für Simas "Kuunika Foundation" in Malawi) mit seinem gleich gesonnenen Freund Jeremy aus Seattle auf lange Wanderschaft zu gehen.

Der 950 Kilometer lange beschwerliche Marsch soll von Tel Dan im Norden von Israel bis in den Süden nach Eilat gehen. Er ist gedacht als „Fundraising walk - all for the kids!“ , also als „Spendengewinnungs- Marsch - ganz für die Kinder!“

Dass jemand bereit ist, sich als ganzer Mensch, mit all seiner Kraft, für die Elenden dieser Welt dermaßen einzusetzen, beeindruckt mich zutiefst, obwohl ich auch ein wenig Angst um ihn habe.

Auf jeden Fall kneife ich ihm total die Daumen ab dem 31. März. Ich finde, er hat es verdient, dass wir seinen Weg aufmerksam mit verfolgen, meint Ihr nicht auch?

Zusatz-Infos gibt es unter

http://www.allforthekids.org/

http://allforthekidsblog.blogspot.com

www.justgiving.com/allforthekidsmalawi