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03.07.2012

Unschuldig verurteilter Lehrer stirbt vor Verfahren gegen angebliches Opfer

Jahrelang hat ein Lehrer in Hessen wegen Vergewaltigung unschuldig hinter Gittern gesessen, bevor er endlich freigesprochen wurde. Seitdem wartete der 53-Jährige vergeblich auf einen Prozess gegen seine Ex-Kollegin wegen Falschaussage. Jetzt wurde das Verfahren gegen die Frau abgeschlossen - ausgerechnet am Todestag des Lehrers.

«Tragischer geht es eigentlich nicht mehr», sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Darmstadt am Dienstag. Ob das Verfahren gegen die Frau eingestellt oder Anklage erhoben wird, wollte er nicht sagen. Erst müsste die Entscheidung zugestellt werden.

Der Lehrer (53) war rund zehn Jahre nach seiner Verurteilung im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen worden. Seine Zeit hinter Gittern musste er aber vollständig absitzen, weil er die vermeintliche Tat nicht gestanden hatte. Nach Angaben seines Anwaltes war die Leiche des Mannes am Freitag auf der Straße nahe seiner Wohnung im saarländischen Völklingen gefunden worden. Als Ursache werde Herzversagen angenommen, sagte der Anwalt.

Das Landgericht Darmstadt hatte den Mann 2002 wegen Vergewaltigung einer Kollegin im südhessischen Reichelsheim zu fünf Jahren Haft verurteilt. Im Sommer 2011 wurde der damals 52-Jährige in einem neuen Verfahren vom Landgericht Kassel freigesprochen. dpa

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