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TV-Kolumne PZ-zapp

Schauspieler Volker Bruch (links) in der Rolle des Wilhelm Winter und Schauspieler Tom Schilling als sein Bruder Friedhelm Winter bei den Dreharbeiten für den ZDF-Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“. Der Film ist zu einem Publikumserfolg geworden, der auch viele jüngere Zuschauer das ZDF einschalten ließ.
Schauspieler Volker Bruch (links) in der Rolle des Wilhelm Winter und Schauspieler Tom Schilling als sein Bruder Friedhelm Winter bei den Dreharbeiten für den ZDF-Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“. Der Film ist zu einem Publikumserfolg geworden, der auch viele jüngere Zuschauer das ZDF einschalten ließ. © dpa
21.03.2013

"Unsere Mütter, unsere Väter": Steigerung zum Schluss

Das ZDF kann seinen Kriegsdreiteiler «Unsere Mütter, unsere Väter» getrost als Erfolg verbuchen. Wieder schalteten mehr als sieben Millionen Zuschauer ein. Auch viele jüngere wollten die Geschichte der fünf jungen Menschen in den Gräueln des Russlandkriegs von 1941 bis 1945 sehen.

Das ZDF-Kriegsepos «Unsere Mütter, unsere Väter» hat zum Schluss noch einmal zugelegt: Den dritten Teil verfolgten am Mittwochabend im ZDF 7,63 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 24,3 Prozent Marktanteil) - die erste Folge hatten am Sonntag 7,22 Millionen und die zweite am Montag 6,57 Millionen gesehen.

Insbesondere beim jüngeren Publikum kam der Dreiteiler um das Schicksal fünf junger Leute im Zweiten Weltkrieg, gespielt von Miriam Stein, Katharina Schüttler, Ludwig Trepte, Tom Schilling und Volker Bruch, gut an: Bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern betrug der Marktanteil 17,5 Prozent - der höchste unter allen Sendern zur Hauptabendzeit.

Damit hatte das ZDF zum zweiten Mal in diesem Jahr mit einem eigenproduzierten Mehrteiler Glück: Bereits das Historiendrama «Das Adlon» über die Berliner Nobel-Herberge verzeichnete im Januar Quoten zwischen sieben und acht Millionen Zuschauern.

Die Konkurrenz hatte das Nachsehen: Das ARD-Drama «Verratene Freunde» mit dem Schauspieler-Quartett Barbara Auer, Katja Riemann, Heino Ferch und Matthias Brandt interessierte lediglich 3,57 Millionen Zuschauer (11,3 Prozent). Auf Platz drei landete die Vox-Krimiserie «Rizzoli & Isles» mit 2,79 Millionen Zuschauern (8,8 Prozent).

PZ-news-Kolumnist Thomas Kurtz hatte in seiner TV-Kolumne "PZ-zapp" den ersten, am Sonntag ausgestrahlten Teil gelobt: "So nah dran am Nazi-Wahn war selten einmal ein Film über die schrecklichsten Jahre deutscher Geschichte." Er verwies auf ein hohes Maß an Authentizität und Glaubwürdigkeit der Figuren, die alle Schuld auf sich geladen hätten und trotzdem nicht nur Täter, sondern auch Opfer gewesen seien.

Für Filmproduzent Nico Hofmann (53) ist sein Kriegs-Epos «Unsere Mütter, unsere Väter» auch ein Film über die Kriegserlebnisse seiner eigenen Eltern. Es gebe in dem Film Geschichten, die aus der Dauerdiskussion mit seiner Mutter über den Krieg entstanden seien, sagte Hofmann. Bestimmte Szenen - etwa wie ein kleines jüdisches Mädchen erschossen wird - habe sein Vater erlebt.

Hofmanns Mutter Ulla Hofmann (82) sagte: «Die Generation von Männern wie Nicos Vater, er ist 88, leidet bis heute besonders unter diesem Krieg.» Sie selbst sei im «Kinderland-Verschickungslager» im Schwarzwald nationalsozialistisch indoktriniert worden, «ohne dass wir Kinder das merkten». Nico Hofmann fügte hinzu: «Meine Mutter brauchte jahrelang, um zu verstehen, dass Adolf Hitler kein Vaterersatz, kein Religionsersatz, kein Missionar war.»