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Ein Blitz schlägt am Montag in Münster in den Kirchturm der Kirche St. Lamberti ein. Donner, Blitz und Wolkenbruch: Nordrhein-Westfalen ist von heftigen Gewittern getroffen worden. Foto: Jan Bruder/dpa
Ein Blitz schlägt am Montag in Münster in den Kirchturm der Kirche St. Lamberti ein. Donner, Blitz und Wolkenbruch: Nordrhein-Westfalen ist von heftigen Gewittern getroffen worden. Foto: Jan Bruder/dpa © Jan Bruder/dpa
29.07.2014

Unwetter im Westen und Süden - Mann ertrinkt in Münster

Münster (dpa) - Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume: Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sind von heftigen Gewittern getroffen worden. In Nordrhein-Westfalen war vor allem die Region um Münster betroffen, wo auch am Dienstagmorgen noch Straßen unter Wasser standen. In der Stadt ertrank ein Mann in einem vollgelaufenen Keller. In der Gegend um Tübingen und Böblingen in Baden-Württemberg waren am Dienstag noch einige Bundes- und Kreisstraßen voll oder halbseitig gesperrt, wie ein Sprecher des Lagezentrums im Stuttgarter Innenministerium sagte. Bei Wellendingen versperre ein Erdrutsch eine Kreisstraße.

In Greven in Nordrhein-Westfalen beschädigte ein Wassereinbruch ein Stellwerk der Deutschen Bahn, es war deshalb nur eingeschränkt zu nutzen. Zahlreiche Zugverbindungen im Nahverkehr fielen auf dem Streckenabschnitt zwischen Münster und Rheine aus. Als Ersatz wurden Busse eingesetzt. Fernverkehrszüge wurden über Osnabrück umgeleitet - es musste mit erheblichen Verspätungen gerechnet werden. Laut Bahn sollen die Einschränkungen voraussichtlich bis zum Mittag andauern.

Am Montag hatte es in Nordrhein-Westfalen erneut starke Gewitter mit viel Regen gegeben, vor allem im Münsterland und im Ruhrgebiet. In der Innenstadt von Münster stürzte ein Baum auf ein Auto. Eine Frau darin wurde lebensgefährlich verletzt. Mehr als 1000 Notrufe gingen bei der Feuerwehr ein. Die Telefonleitungen seien völlig überlastet gewesen, hieß es am Dienstag. 800 Retter waren im Dauereinsatz.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) schätzte am Montagabend nach der Auswertung von Radarbildern die Regenmengen in Greven und Ahaus auf mindestens 60 Liter pro Quadratmeter für einen Zeitraum von sechs Stunden. An einer Stelle seien nördlich von Münster zwischen 16 und 17 Uhr mehr als 40 Liter Regen gefallen, sagte ein Sprecher in Offenbach.

Starker Regen vor allem in den Kreisen Tuttlingen und Rottweil in Baden-Württemberg hatte ebenfalls am Montagabend zahlreiche Keller geflutet. Bei einem Dachstuhlbrand in Wurmlingen erlitt ein Hausbewohner Verbrennungen.