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10.03.2015

Vegan gegen das schlechte Gewissen - Trends bei der Internorga

Hamburg. Ob Bio-Liebhaber, Veganer oder Halbtags-Vegetarier: Die Deutschen wollen sich möglichst gesund ernähren. Die Food-Trends in diesem Jahren reichen von veganen Energydrinks bis zu fleisch- und sojafreiem Burgern.

Dass immer mehr Deutsche auf der «veganen Welle» mitschwimmen, könnte jedoch nur eine kurzfristige Mode sein, sagte die Trendforscherin Karin Tischer bei Gastro-Messe Internorga am Freitag in Hamburg. «Eigentlich will der Kunde damit sein schlechtes Gewissen beruhigen: Beim Frühstück hat er noch ein Nutella-Brot gegessen, deshalb will er dann zu Mittag einen grünen Smoothie aus Kaktus und Spinat», schilderte Tischer.

Bei der Internorga präsentieren mehr als 1300 Aussteller auf 100 000 Quadratmetern ihre Ware. Immer mehr Produkte werben dabei mit dem Biozertifikat: Mit Bio-Kokoswasser oder Bio-Tee ohne Gelatine werden besonders junge Menschen angesprochen. Laut Tischer ist der durchschnittliche Veganer Mitte 30, weiblich und meist gut vernetzt. In Deutschland gebe es rund 800 000 Veganer.

«Eigentlich leben wir in einer Pseudogesellschaft: Wir waren noch nie so gut aufgeklärt, was gesundes Essen ist, am Ende haben aber nur die wenigsten Lust darauf», sagte die Trendforscherin. Deshalb wollen die Entwickler ihre veganen Produkte auch für ein älteres und männliches Publikum attraktiv machen - mit Bio-Bier, veganen Maultaschen oder deftigem Fleischsalat aus Kartoffelstärke.

Laut Tischer wird der Vegan-Boom zwar noch einige Zeit anhalten. Den Trend für das kommende Jahr sieht sie jedoch im Brotbacken. «Da kann Deutschland mit über 1000 Brotsorten gut mithalten. Brot kann noch viel erfolgreicher als der Vegan-Trend werden», erklärte Tischer.

Die Internorga 2015 dauert vom 13. bis 18. März.