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Vor dem Landgericht Berlin müssen sich mutmaßliche Mitglieder eines Pädophilen-Netzwerkes verantworten. Foto: Paul Zinke
Vor dem Landgericht Berlin müssen sich mutmaßliche Mitglieder eines Pädophilen-Netzwerkes verantworten. Foto: Paul Zinken
03.02.2017

Verdacht auf Pädophilen-Netzwerk: Prozess in Berlin

Berlin (dpa) Es geht um mehr als 400 Fälle des Missbrauchs von Kindern: Drei Männer, die Kern eines in Berlin aktiven Pädophilen-Netzwerkes gewesen sein sollen, müssen sich von heute an vor dem Landgericht verantworten.13 Jungen sollen missbraucht worden sein. Das jüngste Opfer sei beim ersten sexuellen Übergriff sechs Jahre alt gewesen. Die Angeklagten sind 51 bis 80 Jahre alt.

Die Verdächtigen sollen in der Zeit von 2002 bis Ende 2009 gezielt Kinder aus sozial schwachen Familien ins Visier genommen haben. Die prekären Verhältnisse der Geschädigten hätten die Angeklagten ausgenutzt, indem sie die Jungen für «sexuelle Dienste» entlohnten oder sie an andere Freier vermittelten.

Hauptangeklagter ist ein 51-Jähriger. Ihm werden nach jahrelangen Ermittlungen insgesamt 379 Fälle zur Last gelegt. Das Verfahren gegen einen vierten Angeklagten ist im Vorfeld des Prozesses abgetrennt worden. Der 78-Jährige sei derzeit nicht verhandlungsfähig, hieß es. Für den Prozess wegen Kindesmissbrauchs sowie Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung sind 21 Verhandlungstage geplant.