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Verdächtige nach Juwelenraub gefasst - Waren es die «Pink Panther»?
Verdächtige nach Juwelenraub gefasst - Waren es die «Pink Panther»? © dpa
13.02.2014

Verdächtige nach Chopard-Juwelenraub gefasst

Der Überfall am helllichten Tag dauerte wenige Minuten, die Flucht der Räuber war ebenfalls schnell beendet – noch in Tatortnähe hat die Polizei vier der fünf mutmaßlichen Täter gefasst. Sie sollen am Mittwoch den Edeljuwelier Chopard überfallen haben.

Weitere drei Festnahmen von vermuteten Mittätern folgten, wie die Polizei mitteilte. Gestern erließ der Ermittlungsrichter Haftbefehle. Der Wert der Beute – den Angaben nach „ein halber Rucksack voll“ – soll nach ersten Schätzungen rund 200 000 Euro betragen. Die vier gefassten Räuber sind nach eigenen Angaben zwischen 14 und 16 Jahre alt. Die Art des Überfalls und das Alter der mutmaßlichen Täter – in dieser Konstellation ein „einmaliges“ Verbrechen in München, wie Kriminaldirektor Clemens Merkl sagte. Ob die Männer zu der berüchtigten Diebesbande „Pink Panther“ gehören ist noch unklar. Parallelen gibt es laut Polizei jedoch etliche: die Uhrzeit und kurze Dauer des Überfalls, die gezielte Auswahl des Schmuckes, die brachiale Gewalt und die schnelle Flucht. Zumindest bei einem der sieben Festgenommenen hofft die Polizei, eine Verbindung zu den „Pink Panthern“ herstellen zu können. Bei dem spektakulären Raub zertrümmerten die maskierten Täter mit Axt und Vorschlaghammer die aus Sicherheitsgründen immer verschlossene Glastüre des Uhren- und Schmuckgeschäftes auf Münchens nobler Maximilianstraße. Einer bedrohte den Wachmann mit einem Schraubendreher, dann zerschlugen sie Vitrinen und Mobiliar, rafften vor allem Luxusuhren zusammen und verschwanden. Die fünf Menschen in dem Geschäft wurden nicht verletzt, zwei von ihnen erlitten einen Schock.

Eilig liefen die Räuber über die Straße, verfolgt von Passanten und vom Sicherheitsmann eines benachbarten Ladens. Die Täter zerstreuten sich in verschiedene Richtungen, konnten ihre Verfolger jedoch nicht abhängen. Nach nur wenigen Hundert Metern fassten Polizisten vier der fünf Flüchtenden. Drei von ihnen stammen nach eigener Aussage aus Moldawien, einer aus der Ukraine. Ebenfalls in der Innenstadt stoppte die Polizei ein verdächtiges Auto und nahm die beiden Insassen, zwei 27 und 32 Jahre alte Serben, fest. Ob das Auto als Fluchtfahrzeug hätte dienen sollen, war zunächst unklar.

Bei der Festnahme der zwei Serben hätten sich Hinweise auf zwei Wohnungen im Stadtteil Sendling ergeben, die dann von einer Spezialeinheit gestürmt worden seien, sagte Merkl. Dabei überwältigten die Beamten einen schlafenden Mann. Der 25-Jährige soll auch aus Serbien stammen.

Alle Verdächtige schweigen

Die vier festgenommenen mutmaßlichen Räuber seien ungewöhnlich jung, sagte Merkl. „Das hat uns selber überrascht.“ Sie hätten zwar keine Ausweise, jedoch allein nach optischen Gesichtspunkten könne es sich bei dem Quartett tatsächlich um Jugendliche handeln. Ob der fünfte Mann, der bei dem Überfall beteiligt war, noch auf der Flucht ist oder ob er einer der beiden Männer aus dem Auto ist, war noch unklar. Alle sieben Tatverdächtige schweigen zu den Vorwürfen.

In dem Geschäft des in Birkenfeld und Genf heimischen Schmuckherstellers an der Maximilianstraße dauerten die Aufräumarbeiten gestern an. Mittels Inventur soll die exakte Beute verifiziert werden. Die zertrümmerte Glastür wurde ersetzt, im Ladeninneren arbeiteten Handwerker am Mobiliar. Die Chefin des Ladens wollte sich nicht äußern. Dem Wachmann zufolge soll heute wieder geöffnet werden.