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Sechs europäische Länder bieten ab dem 17. März diese neue internationale Wette an. Für zwei Euro pro Tipp müssen die Spieler für den Jackpot zum einen 5 Richtige aus 50 Zahlen tippen und in einem zweiten Feld 2 aus 8 Zahlen.
Sechs europäische Länder bieten ab dem 17. März diese neue internationale Wette an. Für zwei Euro pro Tipp müssen die Spieler für den Jackpot zum einen 5 Richtige aus 50 Zahlen tippen und in einem zweiten Feld 2 aus 8 Zahlen. © dpa
15.03.2012

Verkauf von Lottoscheinen für «Eurojackpot» startet

Lottospieler aus sieben europäischen Ländern können von diesem Samstag an Tippscheine für die neue internationale Lotterie «Eurojackpot» kaufen. Unter Federführung der Westdeutschen Lotterie in Münster machen die Niederlande, Dänemark, Italien, Finnland, Estland, Slowenien und alle deutschen Bundesländer beim «Eurojackpot» mit. Premiere ist am 23. März. Von da an sollen jede Woche mindestens zehn Millionen Euro ausgespielt werden. Im für sie glücklichsten Fall können Tipper 90 Millionen Euro abräumen.

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Bis zu 90 Millionen Euro Gewinn: Werden Sie die neue Lotterie "Eurojackpot" spielen?

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«Die Lottomärkte waren in den letzten Jahren noch sehr national bestimmt», sagte Westlotto-Geschäftsführer Theo Goßner vor dem Start des «Eurojackpot» der Nachrichtenagentur dpa. «Unsere Kunden sind aber nicht mehr nur national interessiert.» Mit dem neuen Spiel wollen die Lotterien 175 Millionen Menschen ansprechen. Neben den Nationen, die jetzt in den Startlöchern stehen, könnten bald Länder wie Spanien dazu kommen.

Ein Tipp auf dem Lottoschein kostet zwei Euro. Jeden Freitag werden dann künftig im finnischen Helsinki sieben Zahlen gezogen: Zunächst 5 aus 50, dann noch einmal 2 aus 8. Es gibt zwölf Gewinnklassen. In Münster laufen vor und nach der Ziehung alle Fäden zusammen: Hier werden die Spielscheine zentral ausgewertet. Mit einem zweiten Rechenzentrum in Dänemark werden die Daten dann abgeglichen. «Es steht sofort fest, wer gewonnen hat - und wieviel», sagte Goßner, der den Vorsitz beim «Eurojackpot» übernommen hat.

«Begrüßen tun wir es nicht, dass es jetzt noch eine Lotterie mehr gibt», sagte Gabriele Bartsch, Referentin für Grundsatzfragen bei der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm (Nordrhein-Westfalen). «Im Vergleich zu allen anderen Glücksspielarten, insbesondere dem Automatenspiel, ist die Gefahr der Abhängigkeit und Verschuldung aber relativ gering.»

Kritik gibt es, weil die Lotterien die Tipper nicht nur mit dem europäischen Gedanken locken, sondern auch mit hohen Gewinnen: Die Chance auf den Jackpot beträgt laut Westlotto 1:59 Millionen und ist damit mehr als doppelt so hoch wie bei 6 aus 49. «Das verstärkt das Gefühl: Da muss ich mitmachen, da sind die Chancen gut. Man muss aber davon ausgehen, dass sie sowas von irreal sind», sagte Bartsch.

Eine höhere Suchtgefahr durch das neue Glücksspiel sieht Westlotto nicht. Eine Studie soll gegen Ende des Jahres untersuchen, was für Auswirkungen die neue Lotterie hat. Dafür sollen Tipper befragt werden. Im Vorfeld hatte es Risikogutachten gegeben.

Bis es grünes Licht für den «Eurojackpot» gab, hatte es häufig gehakt, wie etwa an Genehmigungen durch Regierungen. «Es gab schon einige Starttermine. Wir sind froh, dass wir jetzt endlich starten können», sagte Goßner. Nicht alle Bundesländer waren gleich von der Idee einer europäischen Lotterie überzeugt. Die Initialzündung kam 2006 aus Münster. 2008 folgte der Antrag, der 2011 genehmigt wurde.

Der «Eurojackpot» wird die zweite große staatliche Lotterie in Deutschland sein. Westlotto geht zum Start von einem Umsatz von rund 23 Millionen Euro aus. «Man muss sich aber darauf einstellen, dass man 50 Millionen Spielaufträge haben kann», sagte Goßner. Die Hälfte der Erlöse soll zurück an die Tipper fließen, rund 40 Prozent könnten als Fördergelder an die Länder abgeführt werden.dpa